{"id":2173,"date":"2014-09-12T08:00:05","date_gmt":"2014-09-12T06:00:05","guid":{"rendered":"http:\/\/examensrelevant.de\/?p=2173"},"modified":"2018-12-14T02:27:12","modified_gmt":"2018-12-14T01:27:12","slug":"2173-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/2173-2\/","title":{"rendered":"Pr\u00fcfungswissen: Vors\u00e4tzliche sittenwidrige Sch\u00e4digung, \u00a7 826 BGB"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>I. Sch\u00e4digendes Verhalten<\/strong><br \/>\nZun\u00e4chst ist das Verhalten zu benennen, welches die Haftung nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/826.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 826 BGB: Sittenwidrige vors&auml;tzliche Sch&auml;digung\">\u00a7 826 BGB<\/a> begr\u00fcnden soll.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>II. Zuf\u00fcgung eines Schadens<\/strong><br \/>\nDer Anspruchsteller muss einen Schaden erlitten haben. Dies geh\u00f6rt bei <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/826.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 826 BGB: Sittenwidrige vors&auml;tzliche Sch&auml;digung\">\u00a7 826 BGB<\/a> zum <strong>haftungsbegr\u00fcndenden Tatbestand<\/strong>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>III. Kausalit\u00e4t<\/strong><br \/>\nDas zur Haftung herangezogene Verhalten muss den Schaden <strong>ad\u00e4quat kausal<\/strong> herbei-gef\u00fchrt haben.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>IV. Sittenwidrigkeit der Handlung<\/strong><br \/>\nDas Verhalten des Anspruchsgegners muss als sittenwidrig anzusehen sein. Sittenwidrig ist hierbei alles, was gegen das <strong>Anstandsgef\u00fchl aller billig und gerecht Denkenden<\/strong> verst\u00f6\u00dft, wobei auf Anschauungen der in Betracht kommenden Kreise zum Zeitpunkt der Vornahme des Rechtsgesch\u00e4fts abzustellen ist (\u201e<strong>Gesch\u00e4ftsmoral<\/strong>\u201c). Ma\u00dfgeblich ist hierbei ein Durchschnittsma\u00df an Redlichkeit und Anstand. Hierbei kommt es auf den Gesamtcharakter der Handlung unter Ber\u00fccksichtigung von <strong>Inhalt, Beweggrund und Zweck<\/strong> an. Zu ber\u00fccksichtigen sind insbesondere der Zweck des Verhaltens, das angewandte Mittel und die gezeigte Gesinnung.<br \/>\nHierzu geh\u00f6ren insbesondere folgende Fallgruppen:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Arglistiges Verhalten<\/li>\n<li>Verleiten zum Vertragsbruch<\/li>\n<li>Erteilen wissentlich falscher Ausk\u00fcnfte<\/li>\n<li>Ausnutzen wirtschaftlicher Machtstellungen<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>V. Schutzzweckzusammenhang<\/strong><br \/>\nDer eingetretene Schaden muss auch in den <strong>Schutzzweckzusammenhang<\/strong> der Norm geh\u00f6ren. Dabei kommt es allerdings nicht auf die ratio des \u00a7 826 in abstracto an, sondern auf den Schutzzweck der konkret verletzten Verhaltensnorm (vgl. M\u00fcKo-BGB\/Wagner, \u00a7 826 Rn. 38).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>VI. Vorsatz<\/strong><br \/>\nDer Anspruchsgegner muss auch vors\u00e4tzlich gehandelt haben. Hierbei muss sich der Vorsatz zum einen auf die <strong>den Sittenversto\u00df begr\u00fcndenden Tatumst\u00e4nden<\/strong> beziehen, ohne dass die Sittenwidrigkeit als solche vom Vorsatz umfasst sein muss.<br \/>\nZudem muss der Vorsatz auch die <strong>Zuf\u00fcgung des Schadens umfassen<\/strong>, da dieser zum haftungsbegr\u00fcndenden Tatbestand geh\u00f6rt. Erforderlich ist hierbei, dass der Handelnde wissen muss, dass ein Schaden eintritt, wobei er diesen entweder wollen oder jedenfalls billigend in Kauf nehmen muss. Nicht erforderlich ist, dass der Vorsatz sich auch auf den Umfang des Schadens bezieht und den konkreten Schadensverlauf umfasst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>VII. Schadensh\u00f6he<\/strong><br \/>\nDer Schadensersatz nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/826.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 826 BGB: Sittenwidrige vors&auml;tzliche Sch&auml;digung\">\u00a7 826 BGB<\/a> bezieht sich auf den Ersatz des <strong>negativen Interesses<\/strong>. Der Gesch\u00e4digte ist also so zu stellen, wie er ohne die sch\u00e4digende Handlung st\u00fcnde, wobei auch hier ein Mitverschulden nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/254.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 254 BGB: Mitverschulden\">\u00a7 254 BGB<\/a> zu ber\u00fccksichtigen ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ver\u00f6ffentlicht in der <a title=\"Zeitschriftenauswertung (ZA)\" href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/ZA\/konzept.html\">Zeitschriftenauswertung (ZA)<\/a> Juli 2014<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>I. Sch\u00e4digendes Verhalten Zun\u00e4chst ist das Verhalten zu benennen, welches die Haftung nach \u00a7 826 BGB begr\u00fcnden soll. II. Zuf\u00fcgung eines Schadens Der Anspruchsteller muss einen Schaden erlitten haben. Dies geh\u00f6rt bei \u00a7 826 BGB zum haftungsbegr\u00fcndenden Tatbestand. III. Kausalit\u00e4t Das zur Haftung herangezogene Verhalten muss den Schaden ad\u00e4quat kausal herbei-gef\u00fchrt haben.<\/p>\n","protected":false},"author":1755,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[47,55,1703],"tags":[],"class_list":["post-2173","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuelles","category-magazin","category-zivilrecht-rechtsgebiet"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2173","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1755"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2173"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2173\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4775,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2173\/revisions\/4775"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2173"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2173"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2173"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}