{"id":5368,"date":"2015-09-24T13:26:50","date_gmt":"2015-09-24T11:26:50","guid":{"rendered":"http:\/\/examensrelevant.de\/?p=5368"},"modified":"2018-12-14T02:26:45","modified_gmt":"2018-12-14T01:26:45","slug":"protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-2-staatsexamen-hessen-juni-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-2-staatsexamen-hessen-juni-2015\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 2. Staatsexamen &#8211; Hessen Juni 2015"},"content":{"rendered":"[vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Orginal-Mitschrift aus der\u00a0<strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung des Zweiten\u00a0Staatsexamens in Hessen\u00a0vom Juni 2015<\/strong>. Das Protokoll stammt auf dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;2\/3&#8243;][vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen: \u00a0Strafrecht<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2>Vorpunkte der\u00a0Kandidaten<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div><div class=\"img-with-aniamtion-wrap left\"><img decoding=\"async\" class=\"img-with-animation \" data-delay=\"0\" height=\"100%\" width=\"100%\" data-animation=\"fade-in\" src=\"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/protokollmappe_QqEqxY.jpg\" alt=\"\" \/><\/div><div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch Frage-Antwort:<\/h2>\n<p>Pr\u00fcfungsstoff :\u00a0protokollfest<\/p>\n<p>Pr\u00fcfungsthemen:<\/p>\n<p>Strafbefehlsverfahren<\/p>\n<p>Verdachtsstufen<\/p>\n<p>Haftbefehlsvoraussetzungen<\/p>\n<p>Paragraphen:\u00a0<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/407.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 407 StPO: Zul&auml;ssigkeit\">\u00a7407 StPO<\/a><\/p>\n<p><span style=\"line-height: 1.5;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:Diskussion, l\u00e4sst Meldungen zu , l\u00e4sst sich ablenken<\/span>[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/3&#8243;][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Einstieg war das Strafbefehlsverfahren (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/407.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 407 StPO: Zul&auml;ssigkeit\">\u00a7\u00a7 407 ff. StPO<\/a>), da im Aktenvortrag im \u00d6ffentlichen Recht ein solcher eine Rolle spielte. Mehrere Pr\u00fcflinge hatten auf <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/410.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 410 StPO: Einspruch; Form und Frist des Einspruchs; Rechtskraft\">\u00a7 410 III StPO<\/a> abgestellt, wonach eine Strafbefehl einem Urteil gleichgestellt ist. Damit erkl\u00e4rte sich der Pr\u00fcfer jedoch nicht ganz einverstanden und lie\u00df die Unterschiede im Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch herausarbeiten.<br \/>\nZun\u00e4chst ging es um die Voraussetzungen (Antrag, Vergehen, Straferwartung) und das Verfahren (Erlass durch den Strafrichter, Zustellung, M\u00f6glichkeit zum Einspruch). Ma\u00dfgeblich kam es darauf an,<br \/>\ndass es sich um ein schriftliches, summarisches Verfahren handelt. Im Falle der Beendigung eines Beamtenverh\u00e4ltnisses reicht ein Strafbefehl trotz <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/410.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 410 StPO: Einspruch; Form und Frist des Einspruchs; Rechtskraft\">\u00a7 410 III StPO<\/a> etwa nicht, da die Gleichstellung zum Urteil sich nur auf die Vollstreckbarkeit der Rechtsfolgen bezieht.<br \/>\nIm Anschluss wurden das Vorgehen bei Bildung einer Gesamtstrafe abgefragt, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/54.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 54 StPO: Aussagegenehmigung f&uuml;r Angeh&ouml;rige des &ouml;ffentlichen Dienstes\">\u00a7\u00a7 54 f. StPO<\/a>. Hier sollte genannt werden, dass in der Praxis nach der Faustformel die Einsatzstrafe um die H\u00e4lfte der weiteren Einzelstrafen erh\u00f6ht wird.<br \/>\nSodann schilderte uns der Pr\u00fcfer\u00a0folgenden Fall: Es kommt zu einem Tankstellenraub, bei welchem der maskierte T\u00e4ter unter Einsatz einer Pistole die Tageseinnahmen erbeutet. Die Polizei<br \/>\nerreicht die Tankstelle wenige Minuten nach dem \u00dcberfall, der T\u00e4ter ist fl\u00fcchtig. Im n\u00e4heren Umkreis wird eine Person angetroffen, die auf die T\u00e4terbeschreibung des Kassierers bzgl. der Statur passt<br \/>\nund die in einem Beutel einem hohe Summe Bargeld mit sich f\u00fchrt. Darauf angesprochen gibt die Person an, den Beutel soeben im Park gefunden zu haben.<br \/>\nWir sollten uns in die Rolle des zust\u00e4ndigen Staatsanwalts versetzen und das weitere Vorgehen er\u00f6rtern, insbesondere ob der Erlass eines Haftbefehls (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/112.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 112 StPO: Voraussetzungen der Untersuchungshaft; Haftgr&uuml;nde\">\u00a7\u00a7 112 ff. StPO<\/a>) beantragt werden kann, obwohl man sich der T\u00e4terschaft nicht sicher sein kann. Die Voraussetzungen nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/112.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 112 StPO: Voraussetzungen der Untersuchungshaft; Haftgr&uuml;nde\">\u00a7 112 StPO<\/a><br \/>\nwurden er\u00f6rtert (dringender Tatverdacht, Haftgrund, keine Unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit). Die weiteren Verdachtsstufen (Anfangsverdacht, hinreichender Tatverdacht) wurden bez\u00fcglich gesetzlicher Normierung, Definition und Verwendung abgefragt. In Bezug auf den Fall wurde beim dringenden Tatverdacht jeder nach Pro- und Contra-Argumenten (Indizien aufgrund der N\u00e4he zur Tat, Auffinden von Geld im Park in kurzem Zeitraum widerspricht Lebenserfahrung usw.) gefragt. Letztlich waren im<br \/>\nErgebnis die Angaben als Schutzbehauptung zu werten und ein Voraussetzungen zum Erlass zu bejahen.<br \/>\nMateriell-rechtlich wurden die m\u00f6glichen einschl\u00e4gigen Delikte mit den jeweiligen Voraussetzungen er\u00f6rtert (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/249.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 249 StGB: Raub\">\u00a7\u00a7 249<\/a> I, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/250.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 250 StGB: Schwerer Raub\">250<\/a> II Nr. 1, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/253.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 253 StGB: Erpressung\">253<\/a> I, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/252.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 252 StGB: R&auml;uberischer Diebstahl\">252 StGB<\/a>). Der besonders schwere Raub wurde von der R\u00e4uberischen Erpressung abgegrenzt.<br \/>\nEher nebenbei wurden dann noch Beweisverwertungsverbote angesprochen. Er fragte danach, wie es sich auf die Beweismittel auswirken w\u00fcrde, wenn die Staatsanwaltschaft eine andere in Haft befindliche Person beauftragen w\u00fcrde, den Beschuldigten auszuspionieren. Hierbei waren kurz die verschiedenen Beweisverwertungsverbote voneinander abzugrenzen (Selbstst\u00e4ndig, Unselbstst\u00e4ndig, Gesetzlich) und unter Heranziehung der verschiedenen Theorien (Schutzzweck,<br \/>\nAbw\u00e4gungslehre, Rechtskreistheorie) auf den Fall anzuwenden. Diskutiert wurde <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/136a.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 136a StPO: Verbotene Vernehmungsmethoden; Beweisverwertungsverbote\">\u00a7 136a StPO<\/a> sowie ein unselbstst\u00e4ndiges Beweisverwertungsverbot durch Grundrechtsverletzung.<br \/>\nAbschlie\u00dfend fragte uns der Pr\u00fcfer\u00a0noch nach anderen besonderen Verfahrensarten neben dem Strafbefehl und den jeweiligen Zielrichtungen. Genannt wurden das beschleunigte Verfahren (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/417.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 417 StPO: Zul&auml;ssigkeit\">\u00a7\u00a7 417 ff. StPO<\/a>), Sicherungsverfahren (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/413.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 413 StPO: Zul&auml;ssigkeit\">\u00a7\u00a7 413 ff. StPO<\/a>) und das Verfahren bei Einziehung und Verm\u00f6gensbeschlagnahmen (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/430.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 430 StPO: Stellung in der Hauptverhandlung\">\u00a7\u00a7 430 ff. StPO<\/a>).<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;full_width_background&#8220; bg_position=&#8220;left top&#8220; bg_repeat=&#8220;no-repeat&#8220; parallax_bg_speed=&#8220;slow&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220;][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;]<div  class=\"divider-border\"><\/div><div  class=\"divider\"><\/div>[\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h3>Du suchst die optimale Vorbereitung auf deine M\u00fcndliche Pr\u00fcfung?<\/h3>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_column_text]\n<p>Du m\u00f6chtest wissen welcher Pr\u00fcfer sich hinter welchem Pr\u00fcfungsprotokoll verbirgt? Auf\u00a0<a href=\"http:\/\/www.Juridicus.de\">www.juridicus.de<\/a>\u00a0findest du alle Pr\u00fcfungsprotokolle f\u00fcr das Erste und Zweite Staatsexamen.<\/p>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<a class=\"nectar-button medium accent-color has-icon regular-button\"  href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\" data-color-override=\"false\" data-hover-color-override=\"false\" data-hover-text-color-override=\"#fff\"><span>Alle Pr\u00fcfer sehen<\/span> <i class=\"icon-button-arrow\"><\/i><\/a>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;]<div class=\"img-with-aniamtion-wrap left\"><img decoding=\"async\" class=\"img-with-animation \" data-delay=\"0\" height=\"100%\" width=\"100%\" data-animation=\"fade-in\" src=\"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/juridicus-examensrelevant.jpg\" alt=\"\" \/><\/div>[\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Orginal-Mitschrift aus der\u00a0M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung des Zweiten\u00a0Staatsexamens in Hessen\u00a0vom Juni 2015. Das Protokoll stammt auf dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0Juridicus.de. Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings. 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