{"id":5919,"date":"2015-11-09T14:00:30","date_gmt":"2015-11-09T13:00:30","guid":{"rendered":"http:\/\/examensrelevant.de\/?p=5919"},"modified":"2018-12-14T02:26:35","modified_gmt":"2018-12-14T01:26:35","slug":"protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-schleswig-holstein-oktober-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-schleswig-holstein-oktober-2015\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 1. Staatsexamen &#8211;  Schleswig-Holstein Oktober 2015"},"content":{"rendered":"[vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Orginal-Mitschrift aus dem Ersten Staatsexamen der\u00a0<strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Schleswig-Holstein vom Oktober 2015<\/strong>. Das Protokoll stammt auf dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;2\/3&#8243;][vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen: Zivilrecht<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2>Vorpunkte der Kandidaten<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<table width=\"491\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"189\">Kandidat<\/td>\n<td width=\"76\">1<\/td>\n<td width=\"76\">2<\/td>\n<td width=\"76\">3<\/td>\n<td width=\"76\">4<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Vorpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">7,75<\/td>\n<td width=\"76\">8,91<\/td>\n<td width=\"76\">12,33<\/td>\n<td width=\"76\">11,58<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Aktenvortrag<\/td>\n<td width=\"76\">12<\/td>\n<td width=\"76\">14<\/td>\n<td width=\"76\">8<\/td>\n<td width=\"76\">9<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Zivilrecht<\/td>\n<td width=\"76\">9<\/td>\n<td width=\"76\">16<\/td>\n<td width=\"76\">13<\/td>\n<td width=\"76\">10<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Strafrecht<\/td>\n<td width=\"76\">7<\/td>\n<td width=\"76\">15<\/td>\n<td width=\"76\">10<\/td>\n<td width=\"76\">11<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">\u00d6ffentliches Recht<\/td>\n<td width=\"76\">10<\/td>\n<td width=\"76\">15<\/td>\n<td width=\"76\">10<\/td>\n<td width=\"76\">11<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">9,17<\/td>\n<td width=\"76\">10,72<\/td>\n<td width=\"76\">13,09<\/td>\n<td width=\"76\">11,65<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endnote<\/td>\n<td width=\"76\">9,17<\/td>\n<td width=\"76\">10,72<\/td>\n<td width=\"76\">13,09<\/td>\n<td width=\"76\">11,65<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2>Zur Sache:<\/h2>\n<p><strong>Pr\u00fcfungsstoff: <\/strong>aktuelle F\u00e4lle<strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><strong>Pr\u00fcfungsthemen: <\/strong>Kaufrecht, VW-Skandal und m\u00f6glicher R\u00fccktritt, Verj\u00e4hrung, Beweismittel, Beweislast<\/p>\n<p><strong>Paragraphen:<\/strong> <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/433.html\">\u00a7433 BGB<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/280.html\">\u00a7280 BGB<\/a><strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"line-height: 1.5;\"><strong>Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch: <\/strong><\/span>Frage-Antwort, <span style=\"line-height: 1.5;\">Intensivbefragung Einzelner, Fragestellung klar<\/span><\/p>\n<p><span style=\"line-height: 1.5;\">\u00a0<\/span>[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/3&#8243;][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Aufh\u00e4nger der Pr\u00fcfung war der VW-Skandal. Es wurde ein Fall geschildert, in dem ein Auto 2010 gekauft wurde und von der Abgasmanipulation betroffen ist. Es sollte gepr\u00fcft werden, ob der K\u00e4ufer nun (2015) zur\u00fccktreten k\u00f6nne. Es sollte klassisch und kleinschrittig begonnen werden. Die Einzelheiten des Sachverhalts \u2013z.B. vertragliche Regelungen zu den Abgaswerten \u2013 sollten erst im Laufe der rechtlichen Er\u00f6rterung festgelegt werden. Hr. Thron legte Wert darauf, nah am Gesetz zu arbeiten. Es sollte zun\u00e4chst der Mangel in den subjektiven oder objektiven Mangelbegriffs eingeordnet werden. Eine Beschaffenheitsvereinbarung wurde kurz diskutiert, sollte jedoch abgelehnt werden. Danach wurde erkannt, dass der objektive Mangelbegriff ebenso durch Werbeaussagen erf\u00fcllt ist (Werbeaussagen hatte der Pr\u00fcfer nicht erw\u00e4hnt und waren m.W.n. in der BRD bzgl. der Abgaswerte nicht vorhanden).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es folgten Aussagen zum Gefahr\u00fcbergang. Danach wurde auf die Fristsetzung eingegangen. Die Frist wurde nicht gesetzt, sodass eine Entbehrlichkeit gepr\u00fcft wurde. Dabei wurden s\u00e4mtliche Entbehrlichkeitsgrunde der Fristsetzung im Rahmen des R\u00fccktritts innerhalb des Kaufrechts und des Allgemeinen Teils angesprochen und diskutiert. Es wurde eine Entbehrlichkeit wegen Unzumutbarkeit gem. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/323.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 323 BGB: R&uuml;cktritt wegen nicht oder nicht vertragsgem&auml;&szlig; erbrachter Leistung\">\u00a7 323 II Nr. 3 BGB<\/a> anerkannt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Anschluss wurde die Verj\u00e4hrung hergeleitet. Dabei wurde auf das R\u00fccktrittsrecht als Gestaltungsrecht eingegangen. Es wurde darauf hingewiesen, dass Gestaltungsrechte nicht verj\u00e4hren k\u00f6nnen, sondern nur Anspr\u00fcche. Deshalb m\u00fcsse der Nacherf\u00fcllungsanspruch verj\u00e4hren. Dies wurde dargestellt und eine Verj\u00e4hrung angenommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Pr\u00fcfer fragte, was man jetzt noch \u201emachen k\u00f6nne\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es wurden Anspr\u00fcche aus cic, Vertreter-cic, Anfechtung, die M\u00e4ngeleinrede, eine Berufung auf \u00a7 242, sodass der Verk\u00e4ufer die Einrede der Verj\u00e4hrung nicht erheben d\u00fcrfe, angesprochen und alle abgelehnt. Es wurde nochmal die Verj\u00e4hrung bzw. deren Nichtvorliegen nach \u00a7 438 III aufgegriffen. Der Pr\u00fcfer lie\u00df jedoch die Verk\u00e4ufereigenschaft der VW-AG verneinen, da diese \u2013 entgegen der Annahme des Kandidaten \u2013 immer Zwischenh\u00e4ndler einsetze. Au\u00dferdem sei dem H\u00e4ndler das Wissen der VW-AG nicht zuzurechnen (\u201eder Verk\u00e4ufer schuldet die \u00dcbergabe und \u00dcbereignung, nicht die Herstellung\u201c). Im Anschluss gab es einen kurzen Exkurs zum Unternehmer-Regress, wobei auch die Verhinderung des Abweichens von den Verbraucher beg\u00fcnstigenden Regelungen nach \u00a7 475 Abs. 1 angesprochen wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es folgte der ZPO-Teil. Hier sollten zun\u00e4chst die Beweismittel dargestellt werden. Es folgte die Frage, was unter in \u201eAugenscheinnahme\u201c zu verstehen sei. Der Pr\u00fcfer fragte, wie ein Sachverst\u00e4ndiger berufen wird und ob ein Sachverst\u00e4ndigengutachten zu Fragen des deutschen Rechts angefertigt werden darf (nein, darf es nicht).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Anschluss sollte der Unmittelbarkeitsgrundsatz erl\u00e4utert werden und welche Abweichung davon man kenne (etwa der ersuchte Richter).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Danach wurde gefragt, wie ein Beweis angetreten, wie die Beweislast verteilt wird \u2013 dies sollte anhand des vorherigen Falls dargestellt werden. Die letzte Frage, was unter einem<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eAnscheinsbeweis\u201c zu verstehen sei, wurde nach dem Prinzip \u201efirst come, first serve\u201c hinsichtlich der Meldung vergeben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Insgesamt ist festzuhalten, dass der Pr\u00fcfer ein fairer Pr\u00fcfer zu sein scheint. Er ist protokollfest (ZPO + Schuldrecht). Offenkundig schadet auch die aktuelle Zeitungslekt\u00fcre nicht. Noten vergibt er tats\u00e4chlich auf einer gro\u00dfen Bandbreite und ist von den Vornoten aus den Klausuren unbeeindruckt. Sehr gro\u00dfen Wert scheint er auf den Vortrag zu legen. Bei seiner Notenerl\u00e4uterung ging er prim\u00e4r auf diesen ein und begr\u00fcndete mit diesem zwei Korrekturen nach unten. Fazit: Vortr\u00e4ge \u00fcben!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viel Erfolg bei der Vorbereitung. Der Pr\u00fcfer verschenkt keine Noten, l\u00e4sst sich aber auch nicht lumpen gute zu vergeben.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;full_width_background&#8220; bg_position=&#8220;left top&#8220; bg_repeat=&#8220;no-repeat&#8220; parallax_bg_speed=&#8220;slow&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220;][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;]<div  class=\"divider-border\"><\/div><div  class=\"divider\"><\/div>[\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h3>Du suchst die optimale Vorbereitung auf deine M\u00fcndliche Pr\u00fcfung?<\/h3>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_column_text]\n<p>Du suchst Gesetzestexte und Kommentare f\u00fcr deine M\u00fcndliche Pr\u00fcfung und den Aktenvortrag? 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