{"id":6042,"date":"2015-11-25T15:00:22","date_gmt":"2015-11-25T14:00:22","guid":{"rendered":"http:\/\/examensrelevant.de\/?p=6042"},"modified":"2018-12-14T02:26:34","modified_gmt":"2018-12-14T01:26:34","slug":"protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-2-staatsexamen-hessen-september-2015-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-2-staatsexamen-hessen-september-2015-2\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 2. Staatsexamen &#8211; Hessen September 2015"},"content":{"rendered":"[vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Orginal-Mitschrift aus dem Zweiten Staatsexamen der\u00a0<strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Hessen vom September 2015<\/strong>. Das Protokoll stammt auf dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;]<a href=\"http:\/\/juridicus.de\" target=\"_blank\" class=\"left\"><img decoding=\"async\" class=\"img-with-animation \" data-delay=\"0\" height=\"100%\" width=\"100%\" data-animation=\"fade-in\" src=\"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/juridicus-examensrelevant.jpg\" alt=\"\" \/><\/a>[vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen: Stafrecht<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2>Vorpunkte der Kandidaten<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<table width=\"491\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"189\">Kandidat<\/td>\n<td width=\"76\">1<\/td>\n<td width=\"76\">2<\/td>\n<td width=\"76\">3<\/td>\n<td width=\"76\">4<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Vorpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">5,81<\/td>\n<td width=\"76\">4,XX<\/td>\n<td width=\"76\">5,31<\/td>\n<td width=\"76\">5,81<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Aktenvortrag<\/td>\n<td width=\"76\">7<\/td>\n<td width=\"76\">4<\/td>\n<td width=\"76\">6<\/td>\n<td width=\"76\">6<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch<\/td>\n<td width=\"76\">9,67<\/td>\n<td width=\"76\">7<\/td>\n<td width=\"76\">6,38<\/td>\n<td width=\"76\">6<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endnote<\/td>\n<td width=\"76\">7,08<\/td>\n<td width=\"76\">5,01<\/td>\n<td width=\"76\">8,67<\/td>\n<td width=\"76\">5,88<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endnote (1. Examen)<\/td>\n<td width=\"76\">8,12<\/td>\n<td width=\"76\"><\/td>\n<td width=\"76\"><\/td>\n<td width=\"76\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zur Sache:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pr\u00fcfungsstoff: <\/strong>aktuelle F\u00e4lle<strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pr\u00fcfungsthemen: <\/strong>Reformbestrebungen zu <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/211.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 211 StGB: Mord\">\u00a7 211 StGB<\/a> Beleidigung, gef\u00e4hrliche K\u00f6rperverletzung, Notwehr, Versuch, Totschlag<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Paragraphen: <\/strong><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/185.html\">\u00a7185 StGB<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/224.html\">\u00a7224 StGB<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/112.html\">\u00a7112 StPO<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/403.html\">\u00a7403 StPO<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/32.html\">\u00a732 StGB<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch: <\/span><\/strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Frage-Antwort. Diskussion, h\u00e4lt Reihenfolge ein<\/span><strong><span style=\"line-height: 1.5;\"><br \/>\n<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"line-height: 1.5;\">\u00a0<\/span><\/p>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie aus einem vorherigen Protokoll bekannt, fragte er zu der geplanten Reform des Mordparagraphen. Er wollte wissen, was Bundesjustizminister Heiko Maas plant und welche Argumente f\u00fcr bzw. gegen die Schaffung eines einheitlichen T\u00f6tungsparagraphen, also die Vereinheitlichung von <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/211.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 211 StGB: Mord\">\u00a7 211<\/a> und <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/212.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 212 StGB: Totschlag\">\u00a7 212 StGB<\/a>, sprechen. F\u00fcr eine solche Vereinheitlichung sprechen zun\u00e4chst historische Argumente. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/211.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 211 StGB: Mord\">\u00a7 211 StGB<\/a> stammt aus dem Jahre 1941, insbesondere das Mordmerkmal der \u201eniederen Beweggr\u00fcnde\u201c ist nationalsozialistischen Ursprungs. Neben dieser angestrebten \u201eEntnazifizierung\u201c der Vorschrift k\u00f6nnen ebenso strukturelle Argumente die Reformpl\u00e4ne st\u00fctzen: Das deutsche Strafrecht ist ein so genanntes \u201eTatstrafrecht\u201c. D.h. Ausgangspunkt einer Sanktionierung ist grunds\u00e4tzlich die Tat und sind nicht subjektive Momente des T\u00e4ters. Da die T\u00f6tungsparagraphen jedoch den T\u00e4ter in den Vordergrund bei der Bewertung seines Handelns stellen, werden sie von einigen Kritikern als systemfremd bezeichnet. Zudem wird die absolute Strafandrohung moniert. Als einzige Norm des StGB kennt <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/211.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 211 StGB: Mord\">\u00a7 211 StGB<\/a> nur die lebenslange Freiheitstrafe als Rechtsfolge. Gegen die geplante Reform der Delikte wird die damit m\u00f6glicherweise verbundene Rechtsunsicherheit ins Feld gef\u00fchrt. \u00dcber Jahrzehnte hinweg hat die Rechtsprechung n\u00e4mlich herausgebildet, welche Taten, welche Mordmerkmale erf\u00fcllen. Au\u00dferdem gilt bisher, dass Mord niemals verj\u00e4hrt. Bef\u00fcrchtet wird, dass dieser Grundsatz durch eine Vereinheitlichung der T\u00f6tungsdelikte aufgehoben und letztlich das Unrecht der Mordtat verharmlost wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Pr\u00fcfer teilte uns \u00fcberdies noch einen Fall aus, dessen Pr\u00fcfung er dann aber immer wieder begrenzte: A und B sitzen in einer Kneipe. B beleidigt den A, woraufhin dieser den B mit einem Bierkrug niederschl\u00e4gt. A tr\u00e4gt eine gro\u00dfe Kopfwunde davon. Im weiteren Verlauf tritt noch ein Polizeikommissar dazu, den A bei Widersetzung der Verhaftung angreift. Zu ber\u00fccksichtigen war dar\u00fcber hinaus, dass das Leben des B nur durch eine schnell durchgef\u00fchrte Notoperation gerettet werden konnte. Gepr\u00fcft werden sollte zun\u00e4chst die Strafbarkeit des B. Sodann diejenige des A, wobei Der Pr\u00fcfer die Pr\u00fcfung immer wieder unterbrach und fragte, ob die Anordnung der Untersuchungshaft (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/112f.html\" target=\"_blank\">\u00a7\u00a7 112f. StPO<\/a>) auf den jeweils gepr\u00fcften Straftatbestand gest\u00fctzt werden kann. Angefangen beim versuchten Mord bzw. dem versuchten Totschlag, welche wir im Ergebnis beide ablehnten, gingen wir sodann auf die gef\u00e4hrliche K\u00f6rperverletzung und die Merkmale des gef\u00e4hrlichen Werkzeuges sowie der lebensgef\u00e4hrdenden Behandlung ein. Hier waren Definitionen und exakte Argumentation gefragt. Den Schwerpunkt sehe ich dennoch im strafprozessualen Bereich. Die weitergehende Pr\u00fcfung der Strafbarkeit des A wegen des Angriffs auf den Polizeikommissar schnitt der Pr\u00fcfer n\u00e4mlich ab. Er wollte vielmehr wissen, welche Rechte dem Gesch\u00e4digten, hier B, im Strafprozess zustehen. So behandelten wir die Nebenklage (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/395.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 395 StPO: Befugnis zum Anschluss als Nebenkl&auml;ger\">\u00a7\u00a7 395 ff. StPO<\/a>) und die M\u00f6glichkeit, eine Entsch\u00e4digung im Rahmen eines Adh\u00e4sionsverfahren (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/403.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 403 StPO: Geltendmachung eines Anspruchs im Adh&auml;sionsverfahren\">\u00a7\u00a7 403ff. StPO<\/a>) geltend zu machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viel Erfolg f\u00fcr Eure Pr\u00fcfung!<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;full_width_background&#8220; bg_position=&#8220;left top&#8220; bg_repeat=&#8220;no-repeat&#8220; parallax_bg_speed=&#8220;slow&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220;][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;]<div  class=\"divider-border\"><\/div><div  class=\"divider\"><\/div>[\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h3>Du suchst die optimale Vorbereitung auf deine M\u00fcndliche Pr\u00fcfung?<\/h3>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_column_text]\n<p>Du suchst Gesetzestexte und Kommentare f\u00fcr deine M\u00fcndliche Pr\u00fcfung und den Aktenvortrag? 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