{"id":6143,"date":"2015-12-19T15:00:27","date_gmt":"2015-12-19T14:00:27","guid":{"rendered":"http:\/\/examensrelevant.de\/?p=6143"},"modified":"2018-12-14T02:26:32","modified_gmt":"2018-12-14T01:26:32","slug":"protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-2-staatsexamen-hamburg-november-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-2-staatsexamen-hamburg-november-2015\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 2. Staatsexamen &#8211; Hamburg November 2015"},"content":{"rendered":"[vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Orginal-Mitschrift aus dem Zweiten Staatsexamen der\u00a0<strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Hamburg vom November 2015<\/strong>. Das Protokoll stammt auf dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;]<a href=\"http:\/\/juridicus.de\" target=\"_blank\" class=\"left\"><img decoding=\"async\" class=\"img-with-animation \" data-delay=\"0\" height=\"100%\" width=\"100%\" data-animation=\"fade-in\" src=\"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/juridicus-examensrelevant.jpg\" alt=\"\" \/><\/a>[vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen: Strafrecht<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2>Vorpunkte der Kandidaten<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div><div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<table width=\"491\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"189\">Kandidat<\/td>\n<td width=\"76\">1<\/td>\n<td width=\"76\">2<\/td>\n<td width=\"76\">3<\/td>\n<td width=\"76\">4<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Vorpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">8,75<\/td>\n<td width=\"76\">5,5<\/td>\n<td width=\"76\">7,875<\/td>\n<td width=\"76\">4,75<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Aktenvortrag<\/td>\n<td width=\"76\">15<\/td>\n<td width=\"76\">9<\/td>\n<td width=\"76\">9<\/td>\n<td width=\"76\">6<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch<\/td>\n<td width=\"76\">13,5<\/td>\n<td width=\"76\">10,5<\/td>\n<td width=\"76\">10,25<\/td>\n<td width=\"76\">7,25<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endnote<\/td>\n<td width=\"76\">10,29<\/td>\n<td width=\"76\">6,88<\/td>\n<td width=\"76\">8,48<\/td>\n<td width=\"76\">5,29<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endnote (1. Examen)<\/td>\n<td width=\"76\">9,74<\/td>\n<td width=\"76\"><\/td>\n<td width=\"76\"><\/td>\n<td width=\"76\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zur Sache:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pr\u00fcfungsstoff: <\/strong>aktuelle F\u00e4lle<strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pr\u00fcfungsthemen:\u00a0<\/strong>Tankkarten-Fall und Wettbetrug<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Paragraphen: <\/strong><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/263.html\">\u00a7263 StGB<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:\u00a0<\/span><\/strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Diskussion, verfolgt Zwischenthemen<br \/>\n<\/span><\/p>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Pr\u00fcfer pr\u00fcfte zwei F\u00e4lle, zum einen den Tankkartenfall und zum anderen einen kurzen Fall zum (Sport-)Wettbetrug. Prozessrecht wurde nicht gepr\u00fcft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fall 1:<br \/>\nDer Pr\u00fcfer schilderte folgenden Fall, der eine kleine Abwandlung des Tankkartenfalles darstellte:<br \/>\nDem Auslieferungsfahrer A wurde urspr\u00fcnglich eine Tankkarte mit dazugeh\u00f6riger PIN f\u00fcr die Tankstelle des B von seinem Arbeitgeber \u00fcberlassen. Am Ende eines jeden Monats rechnete der B direkt mit dem Arbeitgeber ab, der die Rechnung beglich. Diese erste Karte hatte A bereits wieder abgegeben. Als dem A gek\u00fcndigt wurde, forderte sein Arbeitgeber ihn auf, alle Gegenst\u00e4nde &#8211; ggf. auch eine Tankkarte &#8211; abzugeben. A, der zwischenzeitlich eine zweite Tankkarte besa\u00df, von der aber nicht gekl\u00e4rt werden konnte, ob er sie unrechtm\u00e4\u00dfig oder rechtm\u00e4\u00dfig erhalten hatte, behielt die zweite Tankkarte und betankte in der Folgezeit damit seinen privaten Pkw rund 50 mal f\u00fcr insgesamt 5.300 Euro. Frage: Strafbarkeit des A?<br \/>\nDie Pr\u00fcfung verlief etwas wirr, was jedoch an der offenen Frage und daran lag, dass die Kandidaten zun\u00e4chst &#8218;das erste Delikt, das ihnen in den Sinn kommt&#8216; pr\u00fcfen sollten. Letztlich ging es auch hier um die \u00fcblichen Delikte, die im typischen Tankkartenfall zu pr\u00fcfen sind. Hinsichtlich des Benzins waren 242 und 246 StGB anzusprechen, im Ergebnis aber mangels Wegnahme bzw. mangels fremder beweglicher Sache abzulehnen, da auf Grund der ordnungsgem\u00e4\u00dfen Bedienung eine \u00dcbereignung an A stattgefunden hatte.<br \/>\nAuch eine Strafbarkeit des A hinsichtlich der zweiten Tankkarte an sich war wegen des in dubio pro reo Grundsatzes abzulehnen. Eine Strafbarkeit wegen 266 StGB wurde mangels Verm\u00f6gensbetreuungspflicht verneint. 266b StGB war auf Grund des vorliegenden Zwei-Partner Systems schon gar nicht anwendbar.<br \/>\nSchlie\u00dflich ging es um die Frage des Vorliegens eines Betruges nach 263 StBG, die jedoch ebenfalls zu verneinen war, da der B keinem Irrtum unterlag, weil er sich auf Grund der Abrechnungsmodalit\u00e4ten keine Gedanken machte (B bekam sein Geld ohnehin vom Arbeitgeber des A). Der Auffangtatbestand des 263a StGB greift im Ergebnis ebenfalls nicht ein. Das ma\u00dfgebliche Tatbestandsmerkmal der &#8218;unbefugten&#8216; Datennutzung wurde ausf\u00fchrlich diskutiert, wobei es dem Pr\u00fcfer offensichtlich auf die Begrifflichkeiten der betrugsspezifischen, computerspezifischen sowie der subjektivierten Auslegung des Merkmals ankam. Schlie\u00dflich gab er vor, dass der BGH f\u00fcr die Unbefugtheit eine fehlende vollst\u00e4ndige Berechtigung fordere, die wir nach einigem hin und her verneinten, sodass A auch nicht den 263a StGB verwirklichte und letztlich straffrei ausging.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fall 2:<br \/>\nDer Pr\u00fcfer schilderte im Anschluss folgenden Fall, der im Bereich des Sportwettbetruges spielte: A will wetten. Er h\u00f6rt, dass ein Fu\u00dfballspiel manipuliert werden soll, ist sich jedoch nicht sicher, ob diese Information stimmt. Dennoch entschlie\u00dft er sich eine entsprechende Wette abzuschlie\u00dfen. Tats\u00e4chlich fand jedoch keine Manipulation des Spiels statt. Frage: Strafbarkeit des A?<br \/>\nEin vollendeter Betrug scheidet hier bereits mangels tats\u00e4chlichen Vorliegens eine Manipulation aus, sodass es allein auf die Frage des versuchten Betruges ankam. Hier war zun\u00e4chst knapp der Aufbau der Versuchspr\u00fcfung darzustellen und sodann auf den Fall anzuwenden. Im Rahmen des Tatentschlusses waren hinsichtlich der T\u00e4uschung zwei Problemkreise anzusprechen. Zum einen ging es um die Frage, worin hier \u00fcberhaupt eine T\u00e4uschung zu sehen sein k\u00f6nnte. Zun\u00e4chst sollten die Kandidaten die drei M\u00f6glichkeiten der T\u00e4uschung erl\u00e4utern (ausdr\u00fccklich, konkludent, durch Unterlassen). Bei der L\u00f6sung kam es im \u00dcbrigen darauf an, dass es sich bei einer Sportwette um ein Gl\u00fccksspiel handelt. Mit der Abgabe der Wette t\u00e4uschte A also konkludent dar\u00fcber, dass er keinen Wissensvorsprung gegen\u00fcber den anderen Wettenden sowie dem Wettbetreiber hat. Zum anderen ging es darum, ob es f\u00fcr das Vorliegen einer T\u00e4uschung erforderlich ist, dass der T\u00e4ter positiv die Unwahrheit seiner Behauptung kennt oder ob es ausreichend ist, dass er die Unwahrheit lediglich f\u00fcr m\u00f6glich h\u00e4lt. Zum Problem des Vorliegens eines Verm\u00f6gensschadens kamen wir nicht mehr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viel Gl\u00fcck!<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;full_width_background&#8220; bg_position=&#8220;left top&#8220; bg_repeat=&#8220;no-repeat&#8220; parallax_bg_speed=&#8220;slow&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220;][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;]<div  class=\"divider-border\"><\/div><div  class=\"divider\"><\/div>[\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h3>Du suchst die optimale Vorbereitung auf deine M\u00fcndliche Pr\u00fcfung?<\/h3>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_column_text]\n<p>Du suchst Gesetzestexte und Kommentare f\u00fcr deine M\u00fcndliche Pr\u00fcfung und den Aktenvortrag? 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