{"id":6176,"date":"2015-12-31T14:00:09","date_gmt":"2015-12-31T13:00:09","guid":{"rendered":"http:\/\/examensrelevant.de\/?p=6176"},"modified":"2018-12-14T02:26:31","modified_gmt":"2018-12-14T01:26:31","slug":"protokoll-der-muendlichen-zum-1-staatsexamen-brandenburg-september-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-zum-1-staatsexamen-brandenburg-september-2015\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 1. Staatsexamen &#8211; Brandenburg September 2015"},"content":{"rendered":"[vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Orginal-Mitschrift aus dem Ersten Staatsexamen der\u00a0<strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Brandenburg vom September 2015<\/strong>. Das Protokoll stammt auf dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;2\/3&#8243;][vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen: Zivilrecht<\/h2>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n<h2>Vorpunkte der Kandidaten<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<table width=\"567\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"189\">Kandidat<\/td>\n<td width=\"76\">1<\/td>\n<td width=\"76\">2<\/td>\n<td width=\"76\">3<\/td>\n<td width=\"76\">4<\/td>\n<td width=\"76\">5<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Vorpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">6,42<\/td>\n<td width=\"76\">5<\/td>\n<td width=\"76\">6<\/td>\n<td width=\"76\">6<\/td>\n<td width=\"76\">7<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Aktenvortrag<\/td>\n<td width=\"76\">13<\/td>\n<td width=\"76\">8<\/td>\n<td width=\"76\">9<\/td>\n<td width=\"76\">8<\/td>\n<td width=\"76\">13<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Zivilrecht<\/td>\n<td width=\"76\">13<\/td>\n<td width=\"76\">10<\/td>\n<td width=\"76\">10<\/td>\n<td width=\"76\">10<\/td>\n<td width=\"76\">14<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Strafrecht<\/td>\n<td width=\"76\">14<\/td>\n<td width=\"76\">12<\/td>\n<td width=\"76\">10<\/td>\n<td width=\"76\">12<\/td>\n<td width=\"76\">14<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">\u00d6ffentliches Recht<\/td>\n<td width=\"76\">12<\/td>\n<td width=\"76\">12<\/td>\n<td width=\"76\">10<\/td>\n<td width=\"76\">8<\/td>\n<td width=\"76\">12<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">13<\/td>\n<td width=\"76\">10<\/td>\n<td width=\"76\">10<\/td>\n<td width=\"76\">9<\/td>\n<td width=\"76\">13<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endnote<\/td>\n<td width=\"76\">8,85<\/td>\n<td width=\"76\">7<\/td>\n<td width=\"76\">8<\/td>\n<td width=\"76\">7<\/td>\n<td width=\"76\">9<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zur Sache:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pr\u00fcfungsstoff: <\/strong>protokollfest<strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pr\u00fcfungsthemen: <\/strong>Behandlungsvertrag, Werkvertrag, Schadensersatz wegen Vertragspflichtverletzung, Verschuldenszurechnung, Deliktsrecht<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Paragraphen: <\/strong><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/630a.html\">\u00a7630a BGB<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/280.html\">\u00a7280 BGB<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/823.html\">\u00a7823 BGB<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/630.html\">\u00a7630 BGB<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/278.html\">\u00a7278 BGB<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"line-height: 1.5;\"><strong>Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:\u00a0 <\/strong><\/span><span style=\"line-height: 1.5;\">Frage-Antwort, h\u00e4lt Reihenfolge, ein hart am Fall, Fragestellung klar<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"line-height: 1.5;\">\u00a0<\/span><\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/3&#8243;][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Patient P geht zum Arzt A und klagt \u00fcber Bauchschmerzen und m\u00f6chte untersucht werden. P ist privat krankenversichert. Gefragt wurde nach dem Vertragstyp (630a). Dann wurde der Fall erweitert, was ist, wenn P sagt \u201ebefreie mich von den Schmerzen\u201c, \u00e4ndert sich dann der Vertragstyp. Nach einer Auslegung gem. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/133.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 133 BGB: Auslegung einer Willenserkl&auml;rung\">\u00a7\u00a7 133<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/157.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 157 BGB: Auslegung von Vertr&auml;gen\">157 BGB<\/a> nicht.<br \/>\nDann wieder eine Erweiterung dazu, was w\u00e4re, wenn A einen Fl\u00fcchtling behandeln w\u00fcrde. Im Ergebnis bleibt es bei einem Behandlungsvertrag, auch wenn es unentgeltlich war, somit ist auch der Schutz des Arztes gr\u00f6\u00dfer.<br \/>\nNun wird dem P von A Blutabgenommen und dieses wird dem Laborarzt L geschickt, das Ergebnis der Auswertung kann, P in 2 Tagen telefonisch abfragen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Frage war zun\u00e4chst, wem P das zu verg\u00fcten hat, zwischen wem ein Vertrag besteht. Hier dann LP im Wege der Stellvertretung, wobei A der Vertreter war. Dann sollte der Vertragstyp bestimmt werden (Werkvertrag) und welcher Erfolg geschuldet wird (Analyse des Blutes).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der n\u00e4chsten Abwandlung verwechselt L die Blutprobe und A verschreibt daraufhin ein falsches Medikament und P erkrankt schwer und muss ins Krankenhaus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Welche Schadensposten kann A geltend machen. Ist der Verdienstausfall zu ersetzen auch wenn Lohnfortzahlung f\u00fcr 6 Wochen. Dies war ein Fall des normativen Schadens und der Vorteilsausgleichung, zumal sich der P die Leistung erarbeitet hat (privat krankenversichert, Schadensersatzzweck widersprochen, nur den Schaden kompensieren, cessio legis).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Welche Anspr\u00fcche hat P gegen wen? A handelte ohne Verschulden und ist auch kein Verrichtungsgehilfe des L, seine Haftung scheidet aus. L haftet nach \u00a7\u00a7 280 I, 823, 831. Hier wollte der Pr\u00fcfer insbesondere auf die Kausalit\u00e4t hinaus, also \u00c4quivalenz, Ad\u00e4quanz und Schutzzweck der Norm, wobei durch das Handeln des A der Zusammenhang nicht unterbrochen wird, da dies nicht vors\u00e4tzlich war, sondern auf dem Untersuchungsergebnis des L beruhte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann wurde 280 I gepr\u00fcft hierbei wollte der Pr\u00fcfer auf die Beweislastumkehr hinaus und wo das beim Behandlungsvertrag geregelt ist, \u00a7 630h Abs. 5. Dann wollte er die Beweislast in der ZPO wissen und Beweislastumkehrvorschriften. Dann erfragte der Pr\u00fcfer die Beweismittel der ZPO (Augenschein, Urkunde, Sachverst\u00e4ndige, Zeugen, Parteienvernehmung). Welche w\u00e4ren dabei f\u00fcr den Fall einschl\u00e4gig?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das waren Urkunde, Sachverst\u00e4ndige und Parteienvernehmung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann gab es noch eine Frage zur Verg\u00fctung des A, die ich aber nicht mehr wiedergeben kann. In der vorletzten Abwandlung schrieb der P eine schlechte Bewertung im Internet \u00fcber den L, in der er den L einen alten Dreckssack nannte und angab, dass L die Blutproben vertauscht hat und P daraufhin erkrankte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Welchen Anspruch hat L dagegen? <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/1004.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 1004 BGB: Beseitigungs- und Unterlassungsanspruch\">\u00a7 1004<\/a> I i.V.m. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/823.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 823 BGB: Schadensersatzpflicht\">823 BGB<\/a>. Und diesen dann pr\u00fcfen und die Wiederholungsgefahr definieren. Die Beleidigung musste widerrufen werden, aber die wahren Tatsachen muss L gegen sich geltend lassen. Dann erfragte der Pr\u00fcfer was denn der Widerruf sei. Ein klarer Fall der Naturalrestitution.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im letzten Fall tritt A seinen Verg\u00fctungsanspruch gegen P an die G-Gesellschaft ab. Muss P zahlen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nein, muss er nicht, da die Abtretung gem. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/134.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 134 StGB: Verletzung amtlicher Bekanntmachungen\">\u00a7\u00a7 134<\/a> i.V.m. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/203.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 203 StGB: Verletzung von Privatgeheimnissen\">203<\/a> I Nr. 1 StGB unwirksam war. Und eine Einwilligung lag nicht vor. Wenn P aber schon an die G gezahlt hat und nun A die Verg\u00fctung an sich fordert, kann P dem entgehen, indem er nachtr\u00e4glich genehmigt.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;full_width_background&#8220; bg_position=&#8220;left top&#8220; bg_repeat=&#8220;no-repeat&#8220; parallax_bg_speed=&#8220;slow&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220;][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;]<div  class=\"divider-border\"><\/div><div  class=\"divider\"><\/div>[\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h3>Du suchst die optimale Vorbereitung auf deine M\u00fcndliche Pr\u00fcfung?<\/h3>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_column_text]\n<p>Du suchst Gesetzestexte und Kommentare f\u00fcr deine M\u00fcndliche Pr\u00fcfung und den Aktenvortrag? 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