{"id":633,"date":"2009-10-06T14:21:47","date_gmt":"2009-10-06T12:21:47","guid":{"rendered":"http:\/\/examensrelevant.de\/?p=633"},"modified":"2018-12-14T02:27:14","modified_gmt":"2018-12-14T01:27:14","slug":"examen-ohne-rep-ein-erfahrungsbericht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/examen-ohne-rep-ein-erfahrungsbericht\/","title":{"rendered":"Examen ohne Rep &#8211; ein Erfahrungsbericht"},"content":{"rendered":"<p><em>Heute erscheint auf  der erste Gastbeitrag. Er kommt von Maria R\u00fcger, die an der Universit\u00e4t Passau Jura studiert hat und 2009 erfolgreich ihr erstes Staatsexamen abgelegt hat. Hier schildert sie ihre Erfahrungen mit der Examensvorbereitung ohne kommerzielles Repetitorium.<\/em><\/p>\n<p>Nach den gro\u00dfen Scheinen kommt f\u00fcr uns Jura-Studenten die gro\u00dfe Entscheidung: Gehe ich in ein kommerzielles Repetitorium oder wage ich es die Examensvorbereitungen auf eigene Faust anzugehen? Viele von uns sind immer noch verunsichert. Schlie\u00dflich h\u00e4ngt von dem Bestehen unsere Zukunft als Juristen ab. Ich habe auf das kommerzielle Repetitorium verzichtet und habe das erste Examen sicher bestanden. Hier nun ein paar Erfahrungen, die ich aus meiner Examenszeit erlangt habe:<\/p>\n<p><strong>Die Entscheidung <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Man sollte die Entscheidung nicht vorrangig von der finanziellen Seite abh\u00e4ngig machen. Auch wenn man sich die Geb\u00fchr ohne Probleme leisten kann, sollte man sich fragen, ob es wirklich hilfreich ist diesen Kurs zu besuchen. Auszugehen ist immer vom eigenen Lernverhalten. Lerne ich wirklich was, wenn ich innerhalb einer gro\u00dfen Gruppe eine umfangreiche Menge an Stoff vermittelt bekomme? Man sollte bedenken, dass der Stand der Vorkenntnisse der Studenten v\u00f6llig unterschiedlich ist. Die Kurse nehmen zudem einen gro\u00dfen Zeitumfang in Anspruch, so dass wenig Zeit zum Nacharbeiten bleibt. Viele Studenten brauchen deshalb nach dem kommerziellen Repetitorium noch Zeit, um das zu wiederholen, was sie noch nicht verstanden haben. Einige dieser Erkenntnisse bekommt man mitunter in einer selbstst\u00e4ndigen Vorbereitung viel eher. Auch wenn die Herausforderung zun\u00e4chst gro\u00df erscheint, ist der selbstst\u00e4ndige Weg zum Examen mit einigen Tricks viel leichter und oft auch erfolgreicher als man denkt.<\/p>\n<p><strong>Der Stoff<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong>Das gro\u00dfe Fragezeichen am Anfang der Examensvorbereitung, ist der \u00dcberblick \u00fcber den Stoff, den man noch mal wiederholen muss bzw. vertiefen muss. Und wie so oft hilft hier ein Blick ins Gesetz: In den jeweiligen Ausbildungs- und Pr\u00fcfungsordnungen steht explizit, was gepr\u00fcft wird. In den Lehrb\u00fcchern und Skripten findet man die wichtigen dazugeh\u00f6rigen Teilbereiche. Man sollte sich klar dar\u00fcber werden, was man bereits kann und wo man Probleme hat und dies am besten in einer Liste markieren. Das ist wichtig f\u00fcr die sp\u00e4tere Zeiteinteilung.<\/p>\n<p><strong>Der Lernplan <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Hat man die Stoffliste zusammen, muss ein Lernplan erstellt werden. Er hilft, ein Ziel vor den Augen zu behalten und sich immer wieder kleine Erfolge zu verschaffen, wenn man wieder ein Themenbereich abgehandelt hat. So wie jeder von uns verschieden lernt, gibt es kein Patentrezept f\u00fcr die Zeitdauer auf welche man diesen Plan anlegt und wie detailliert man ihn erstellt. Ob man sich ein halbes Jahr oder anderthalb Jahre Vorbereitungszeit gibt, h\u00e4ngt von vielen Faktoren ab. Man sollte sich fragen, ob man besser unter Zeitdruck lernt oder ob sich das gerade negativ auswirkt. Wichtig ist zu wissen, dass man nie alles lernen kann. Man sollte sich die Zeit geben um ein sicheres Grundverst\u00e4ndnis \u00fcber die verschiedenen Themenbereiche zu erlangen. Die Dauer ist dann abh\u00e4ngig von den Vorkenntnissen. Ich habe die Entscheidung getroffen, die Vorbereitungszeit zun\u00e4chst auf ein halbes Jahr zu beschr\u00e4nken und bin mit Zeit gut zu Recht gekommen. Zumal ich sehr gut arbeiten kann, wenn ich ein nahes Ziel vor Augen habe. Wie umfangreich detailliert euer Plan aussehen muss, ist wiederum nur von euch selbst abh\u00e4ngig. Es muss nicht in jedem Kalenderblatt eines ganzen Jahres ein genauer Themenkomplex festgehalten werden. Unter Umst\u00e4nden kann dies auch sehr stressig werden, wenn das Leben mal dazwischen kommt. Ich habe mir aber Zeitfenster aufgestellt, in denen ich mit einem Thema durch sein wollte. So fehlte mir am Ende nicht ein Thema komplett.<\/p>\n<p><strong>Das Zeitmanagment <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Die meiste Zeit sollte f\u00fcr diejenigen Bereiche zur Verf\u00fcgung stehen, wo man unsicher ist. Es kann helfen diese Bereiche ganz an den Anfang der Vorbereitungen zu stellen. So hat man diese Sorgen nicht, w\u00e4hrend man Dinge wiederholt, die einem leichter fallen. Sich auf das konzentrieren zu k\u00f6nnen, was vor einem liegt, ist unheimlich wichtig um Frustration zu vermeiden. Die n\u00e4chste Frage ist, ob man lieber in einem Block lernt oder sich die Wochentage auf das Zivilrecht, Strafrecht und \u00d6ffentliche Recht aufteilt. Ich habe immer in zweier Tagesabschnitten gewechselt. So kann man ein Thema immer noch vertiefen. Andererseits bekommt dann auch wieder etwas Abstand, was bei der Probleml\u00f6sung unheimlich hilfreich sein kann. Niemand kann sagen, wie viel man an einem Tag lernen kann. Eins ist jedoch sicher: Die Aufnahmef\u00e4higkeit ist begrenzt. Man sollte versuchen, sich den Tag gut einzuteilen. Nach meinem Empfinden gibt es nichts Schlimmeres als nach 10 Stunden lernen pl\u00f6tzlich ein Problem nicht mehr zu verstehen. Das eigene Lernpotenzial findet man schnell heraus. F\u00fcr die Zeiteinteilung der selbstst\u00e4ndigen Examensvorbereitung ist es wichtig, sich immer wieder klar zu machen, dass es ganz an einem selber liegt, ob man letztendlich erfolgreich ist. Man sollte sich deshalb nicht \u00fcberfordern. Genauso wichtig ist aber die Disziplin und Selbstkontrolle: Habe ich aus diesem Tag das herausgeholt, was ich konnte? Um sich daf\u00fcr zu motivieren, sind geregelte Pausen wichtig. Sie helfen das Gelernte zu Verarbeiten, aber auch den Anschluss an das Leben au\u00dferhalb der Jurab\u00fccher nicht zu verlieren. Die Monate w\u00e4ren mir zu lang geworden, wenn ich nicht versucht h\u00e4tte mir den Sonntag immer frei zu halten.<\/p>\n<p><strong>Das Lernmaterial <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Welche Lehrb\u00fccher man mag, hat man wohl bis zur Examensvorbereitung herausgefunden. Mir war es immer wichtig, einen guten \u00dcberblick \u00fcber die Teilbereiche zu bekommen. Schemata sind der Grundstein f\u00fcr eine gute Klausurenl\u00f6sung. Deshalb habe ich vorwiegend zun\u00e4chst die Richter-Skripten durchgearbeitet. Vertieft wurde das Wissen dann durch das Klausuren schreiben. Das Klausurentraining ist meiner Meinung nach eines der wichtigsten Punkte bei der Vorbereitung. Kein auswendig gelernter Meinungsstreit hilft, wenn man nicht gelernt hat, das Problem auch in der Klausur zu finden. Viele Themenbereiche kann man viel schneller erfassen, wenn man sie gleich aus dem Zusammenhang mit einer Klausur lernt. Auch hier gilt: \u00dcbung macht den Meister. Durch das Schreiben von Klausuren lernt man, sich sachdienliche und fachgerechte Argumente selbst zu \u00fcberlegen und im Gutachten sprachlich gut darzustellen. Hat man dies gelernt, befindet man sich ganz schnell im guten Punktebereich. Man muss sich immer wieder klar werden: Es wurde schon fast alles irgendwann mal vertreten. Was also rechtlich nicht falsch und folgerichtig argumentiert ist, kann der Pr\u00fcfer nicht als falsch bewerten. Und hier noch ein wichtiger Punkt: Hat man sich dieses K\u00f6nnen angeeignet, braucht man sich keine Gedanken zu machen, dass man mal (was viel \u00f6fter vorkommt, als man glaubt) ein Thema in einer Klausur bekommt, \u00fcber das man wenig bis gar nichts wei\u00df. F\u00fcr jeden Bereich liegen in den Bibliotheken B\u00fccher mit Examensklausuren. Um auf dem neusten Stand zu bleiben, hilft auch die Lekt\u00fcre der g\u00e4ngigen Fachzeitschriften, wo Examensf\u00e4lle ver\u00f6ffentlicht werden. Auch der kostenlose Klausurenkurs von Rauda\/Zenthoefer behandelt immer wieder sehr hei\u00df diskutierte Themen. Es ist wichtig sich auf dem neusten Stand zu halten. Deshalb ist auch ein Abonnement von Newslettern empfehlenswert (z.B. <a href=\"http:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/presse.html\" target=\"_blank\">www.bundesverfassungsgericht.de\/presse.html<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.hrr-strafrecht.de\/\" target=\"_blank\">www.hrr-strafrecht.de<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.otto-schmidt.de\/\" target=\"_blank\">www.otto-schmidt.de<\/a>). Die Klausurenthemen im schriftlichen und vor allem im m\u00fcndlichen Examen sind immer wieder sehr aktuell. Zus\u00e4tzlich habe ich eine Lerngruppe als \u00fcberaus hilfreich empfunden. Man unterst\u00fctzt sich gegenseitig bei der Problemfindung und wird auch auf m\u00f6gliche Denkfehler viel schneller aufmerksam. Au\u00dferdem lernt man zu argumentieren, da die Ansichten teilweise doch stark auseinander gehen.<\/p>\n<p><strong>Zum Schluss <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Zusammenfassend l\u00e4sst sich also sagen, dass jeder individuell entscheiden muss, welchen Weg er geht. Es sollte aber klar sein, dass das kommerzielle Repetitorium nicht der Schl\u00fcssel zum Erfolg ist, sondern das Ausnutzen des eigenen Lernpotenzials im Vordergrund steht. Obwohl ich nie eine Musterstudentin war und mich auch lange Zeit im Ausland aufgehalten habe, habe ich mich entschieden, mich auf mein 1. Staatsexamen im Alleingang vorzubereiten. Ich konnte Inhalte in meiner eigenen Geschwindigkeit begreifen und habe so viel schneller (und kosteng\u00fcnstiger) gelernt, worauf es wirklich ankommt. Und hatte letztendlich Erfolg.<\/p>\n<p><em>Text (c) Maria R\u00fcger<\/em><\/p>\n<p><em>Maria steht Euch f\u00fcr R\u00fcckfragen unter mariarueger AT yahoo PUNKT de gerne zur Verf\u00fcgung.<\/em><\/p>\n<p><em>Noch eine Anmerkung in eigener Sache. Falls Ihr auch Lust habt, einen Gastbeitrag auf  zu ver\u00f6ffentlichen, dann schreibt uns einfach eine Mail an info@. Der Beitrag sollte nat\u00fcrlich Bezug zum Juraexamen haben und frei von Rechtschreib- und Grammatikfehlern sein.<\/em><\/p>\n<p><span style=\"color: #999999;\">\/\/\/ Anzeige \/\/\/<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #999999;\">&#8222;Pr\u00e4dikatsexamen &#8211; Der selbst\u00e4ndige Weg zum erfolgreichen Examen&#8220; ab 9,99 \u20ac <\/span><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3832927557?ie=UTF8&amp;tag=konsumblogger-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3832927557\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #999999;\">bei amazon.de erh\u00e4ltlich<\/span><\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute erscheint auf  der erste Gastbeitrag. Er kommt von Maria R\u00fcger, die an der Universit\u00e4t Passau Jura studiert hat und 2009 erfolgreich ihr erstes Staatsexamen abgelegt hat. 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