{"id":7037,"date":"2016-04-11T14:00:11","date_gmt":"2016-04-11T12:00:11","guid":{"rendered":"http:\/\/examensrelevant.de\/?p=7037"},"modified":"2018-12-14T02:26:15","modified_gmt":"2018-12-14T01:26:15","slug":"protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-saarland-im-dezember-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-saarland-im-dezember-2015\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 1. Staatsexamen &#8211; Saarland im Dezember 2015"},"content":{"rendered":"[vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem Ersten Staatsexamen der\u00a0<strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Saarland\u00a0im Dezember\u00a02015<\/strong>. Das Protokoll stammt auf dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;]<a href=\"http:\/\/juridicus.de\" target=\"_blank\" class=\"left\"><img decoding=\"async\" class=\"img-with-animation \" data-delay=\"0\" height=\"100%\" width=\"100%\" data-animation=\"fade-in\" src=\"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/juridicus-examensrelevant.jpg\" alt=\"\" \/><\/a>[vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen: \u00d6ffentliches Recht<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2>Vorpunkte der Kandidaten<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<table width=\"491\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"189\">Kandidat<\/td>\n<td width=\"76\">1<\/td>\n<td width=\"76\">2<\/td>\n<td width=\"76\">3<\/td>\n<td width=\"76\">4<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Vorpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">10,25<\/td>\n<td width=\"76\">10,70<\/td>\n<td width=\"76\">11,20<\/td>\n<td width=\"76\">11,55<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Aktenvortrag<\/td>\n<td width=\"76\">1<\/td>\n<td width=\"76\">1<\/td>\n<td width=\"76\">1<\/td>\n<td width=\"76\">1<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Zivilrecht<\/td>\n<td width=\"76\">14<\/td>\n<td width=\"76\">14<\/td>\n<td width=\"76\">14<\/td>\n<td width=\"76\">14<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Strafrecht<\/td>\n<td width=\"76\">13<\/td>\n<td width=\"76\">14<\/td>\n<td width=\"76\">17<\/td>\n<td width=\"76\">15<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">\u00d6ffentliches Recht<\/td>\n<td width=\"76\">12<\/td>\n<td width=\"76\">13<\/td>\n<td width=\"76\">13<\/td>\n<td width=\"76\">12<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">11,05<\/td>\n<td width=\"76\">11,75<\/td>\n<td width=\"76\">12,25<\/td>\n<td width=\"76\">12,65<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endnote<\/td>\n<td width=\"76\">11,05<\/td>\n<td width=\"76\">11,75<\/td>\n<td width=\"76\">12,25<\/td>\n<td width=\"76\">12,65<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zur Sache:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pr\u00fcfungsstoff:<\/strong> aktuelle F\u00e4lle<strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pr\u00fcfungsthemen: <\/strong>Verfassungsprozessrecht, Staatsorganisationsrecht<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Paragraphen:<\/strong> <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/58.html\">\u00a758 GG<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/93.html\">\u00a793 GG<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/100.html\">\u00a7100 GG<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/85.html\">\u00a785 GG<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/2.html\">\u00a72 GG<\/a><strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:\u00a0<\/span><\/strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Frage-Antwort, verfolgt Zwischenthemen,\u00a0Diskussion h\u00e4lt Reihenfolge<br \/>\n<\/span><\/p>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p>Frau Dr. G. stieg in die Pr\u00fcfung mit einem von ihr ausgeteilten Fall ein, welcher eine \u00c4nderung der\u00a0Deutschen Nationalhymne durch eine Anordnung des Bundespr\u00e4sidenten problematisierte. Die\u00a0Anordnung des Bundespr\u00e4sidenten erging nach Gegenzeichnung der Bundeskanzlerin. Die A-Fraktion (1\/4 der Mitglieder des Bundestags) aber h\u00e4lt die Anordnung f\u00fcr unzul\u00e4ssig, denn vielmehr obliege die \u00c4nderung der Nationalhymne dem Deutschen Bundestag. Fraglich war nun, wie die die Fraktion dagegen vorgehen kann.<\/p>\n<p>Dr. G. verlangte zun\u00e4chst, dass die Pr\u00e4sidentenklage aus <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/61.html\" target=\"_blank\" title=\"Art. 61 GG\">Art. 61 GG<\/a> angepr\u00fcft wurde. Aufgrund deren offensichtlicher Unzul\u00e4ssigkeit konnte diese Pr\u00fcfung aber kurz abgehandelt werden. Sodann war auf das Organstreitverfahren sowie auf das abstrakte Normenkontrollverfahren einzugehen, wobei Dr. G. das Normenkontrollverfahren f\u00fcr vorzugsw\u00fcrdiger hielt. Wichtig war ihr bei Pr\u00fcfung der Zul\u00e4ssigkeit vor allem die genaue Zitierung der einzelnen Vorschriften aus GG und BVerfGG, wof\u00fcr sie den Kandidaten auch gen\u00fcgend Zeit einr\u00e4umte. Im Rahmen des Antragsgegenstandes war schwerpunktm\u00e4\u00dfig zu problematisieren, was unter (Bundes- oder Landes-) \u201eRecht\u201c zu verstehen war und ob darunter auch \u201eAnordnungen und Verf\u00fcgungen\u201c des Bundespr\u00e4sidenten gem. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/58.html\" target=\"_blank\" title=\"Art. 58 GG\">Art. 58 GG<\/a> zu fassen waren. Sie gab den Kandidaten zus\u00e4tzlich den Hinweis, dass es auch einen Meinungsstreit g\u00e4be, wie \u201eAnordnungen und Verf\u00fcgungen\u201c auszulegen seien. Da keinem der Kandidaten dieser\u00a0Streitstand bekannt war folgte nun eine Auslegung anhand Wortlaut, Systematik und Telos der\u00a0Norm. Unverzichtbar f\u00fcr eine sorgf\u00e4ltige Auslegung war die Kenntnis der Funktionen des\u00a0Bundespr\u00e4sidenten (insb.: Integrations-, Repr\u00e4sentationsfunktion). Im Ergebnis wurde eine weite Auslegung von <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/58.html\" target=\"_blank\" title=\"Art. 58 GG\">Art. 58 GG<\/a> bejaht, sodass eine Subsumtion unter \u201eRecht\u201c i.S.d. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/93.html\" target=\"_blank\" title=\"Art. 93 GG\">Art. 93 I Nr. 2 GG<\/a> erfolgen konnte.<\/p>\n<p>Im Rahmen der Begr\u00fcndetheit stand nun die Frage im Raum, ob dem Bundestag eine Kompetenz zur \u00c4nderung der Nationalhymne zukam. Mangels geschriebener Gesetzgebungskompetenzen war richtigerweise auf eine Bundeskompetenz aus der Natur der Sache einzugehen. F\u00fcr eine\u00a0Bundeskompetenz stritten <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/22.html\" target=\"_blank\" title=\"Art. 22 GG\">Art. 22 GG<\/a>, die etwaige Verletzung des Grundrechts aus <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/2.html\" target=\"_blank\" title=\"Art. 2 GG\">Art. 2 I GG<\/a> sowie die Strafbarkeitsvorschrift des <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/90a.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 90a StGB: Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole\">\u00a7 90 a StGB<\/a>. Richtigerweise war aber unter Ber\u00fccksichtigung der Wesentlichkeitstheorie die Bundeskompetenz abzulehnen. Daher konnte auch kein Recht des Bundestages verletzt sein. Der Antrag der A-Fraktion war somit als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckzuweisen.<\/p>\n<p>Nun teilte Frau Dr. G.\u00a0noch einen k\u00fcrzeren Sachverhalt aus. Dieser behandelte ein\u00a0\u00c4nderungsgesetz des StVG. Danach sollten die zust\u00e4ndigen Landesminister erm\u00e4chtigt werden bestimmte Rechtsverordnungen zu erlassen, allerdings erst nach Genehmigung durch das Bundesverkehrsministerium. Das VG hatte nun einen Sachverhalt zu entscheiden bei dem ein Bu\u00dfgeldbescheid aufgrund einer RVO, die entsprechendem dem \u00c4nderungsgesetz erlassen wurde, ergangen ist. Das VG h\u00e4lt die RVO f\u00fcr nichtig.<\/p>\n<p>Fr. Dr. G. verlangte nun ein zweckm\u00e4\u00dfiges Vorgehen des VG aufzuzeigen. Dabei war auf das konkrete Normenkontrollverfahren einzugehen, welches das VG einleiten muss. Im Rahmen der Begr\u00fcndetheit der RVO galt es deren Nichtigkeit aufgrund eines Versto\u00dfes gegen das Verbot der Mischverwaltung herauszuarbeiten.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;full_width_background&#8220; bg_position=&#8220;left top&#8220; bg_repeat=&#8220;no-repeat&#8220; parallax_bg_speed=&#8220;slow&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220;][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;]<div  class=\"divider-border\"><\/div><div  class=\"divider\"><\/div>[\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h3>Du suchst die optimale Vorbereitung auf deine M\u00fcndliche Pr\u00fcfung?<\/h3>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_column_text]\n<p>Du suchst Gesetzestexte und Kommentare f\u00fcr deine M\u00fcndliche Pr\u00fcfung und den Aktenvortrag? 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Das Protokoll stammt auf dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0Juridicus.de. Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings. 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