{"id":7149,"date":"2016-04-20T15:00:26","date_gmt":"2016-04-20T13:00:26","guid":{"rendered":"http:\/\/examensrelevant.de\/?p=7149"},"modified":"2018-12-14T02:26:14","modified_gmt":"2018-12-14T01:26:14","slug":"protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-2-staatsexamen-hessen-im-maerz-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-2-staatsexamen-hessen-im-maerz-2016\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 2. Staatsexamen &#8211; Hessen im M\u00e4rz 2016"},"content":{"rendered":"[vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem zweiten Staatsexamen der\u00a0<strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Hessen\u00a0im M\u00e4rz 2016<\/strong>. Das Protokoll stammt auf dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;]<a href=\"http:\/\/juridicus.de\" target=\"_blank\" class=\"left\"><img decoding=\"async\" class=\"img-with-animation \" data-delay=\"0\" height=\"100%\" width=\"100%\" data-animation=\"fade-in\" src=\"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/juridicus-examensrelevant.jpg\" alt=\"\" \/><\/a>[vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen:\u00a0Zivilrecht<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2>Vorpunkte der Kandidaten<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<table width=\"491\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"189\">Kandidat<\/td>\n<td width=\"76\">1<\/td>\n<td width=\"76\">2<\/td>\n<td width=\"76\">3<\/td>\n<td width=\"76\">4<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Vorpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">5,6<\/td>\n<td width=\"76\">4,0<\/td>\n<td width=\"76\">7,3<\/td>\n<td width=\"76\">3,2<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Aktenvortrag<\/td>\n<td width=\"76\">12<\/td>\n<td width=\"76\">6<\/td>\n<td width=\"76\">8<\/td>\n<td width=\"76\">3<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch<\/td>\n<td width=\"76\">11<\/td>\n<td width=\"76\">7<\/td>\n<td width=\"76\">11,75<\/td>\n<td width=\"76\">7,3<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endnote<\/td>\n<td width=\"76\">7,77<\/td>\n<td width=\"76\">5,1<\/td>\n<td width=\"76\">9,08<\/td>\n<td width=\"76\">4,5<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endnote (1. Examen)<\/td>\n<td width=\"76\">6,7<\/td>\n<td width=\"76\">&#8211;<\/td>\n<td width=\"76\">&#8211;<\/td>\n<td width=\"76\">&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zur Sache:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pr\u00fcfungsstoff: <\/strong>aktuelle F\u00e4lle<strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pr\u00fcfungsthemen: Auftrag, GoA<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Paragraphen:<\/strong> <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/670.html\">\u00a7670 BGB<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/677.html\">\u00a7677 BGB<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/683.html\">\u00a7683 BGB<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/662.html\">\u00a7662 BGB<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:\u00a0<\/span><\/strong>Frage-Antwort Diskussion, h\u00e4lt Reihenfolge ein , l\u00e4sst Meldungen zu,\u00a0Intensivbefragung Einzelner,\u00a0<span style=\"line-height: 1.5;\">Fragestellung klar<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"line-height: 1.5;\"><br \/>\n<\/span><\/p>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu Beginn wurde folgender kurzer Fall vorgestellt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine 50-j\u00e4hrige Frau f\u00e4hrt ihre Enkelin zu einem Fu\u00dfballturnier. Mit dem Trainer des Fu\u00dfballvereins wurde die Absprache getroffen, dass die Eltern\/Gro\u00dfeltern ihre Kinder selbst zu dem Turnier bringen. Es kommt auf dem Weg dorthin zu einem Verkehrsunfall, in den kein weiteres Fahrzeug verwickelt ist. Das Auto der Frau hat einen Totalschaden (10.000 Euro). Au\u00dferdem erleidet die Frau einen Beinbruch und befindet sich nach 2 Wochen Krankenhausaufenthalt wieder auf dem Weg der Besserung. Sie m\u00f6chte nun aber nicht allein auf ihren Sch\u00e4den sitzen bleiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erst musste gekl\u00e4rt werden gegen wen die Frau sich wenden will, um Schadensersatz zu erhalten. Antwort: Gegen den Fu\u00dfballverein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann begaben wir uns auf die Suche nach einer passenden Anspruchsgrundlage. Zun\u00e4chst fassten wir <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/670.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 670 BGB: Ersatz von Aufwendungen\">\u00a7 670 BGB<\/a> ins Auge. Problematisch war hier die Voraussetzung \u201eAuftrag\u201c. Dieser setzt einen Rechtsbindungswillen voraus, wenn man also mit seiner Handlung rechtliche Folgen herbeif\u00fchren will bzw. wirtschaftliche Interessen verfolgt. Dies war bei der Frau aber gerade nicht der Fall, weshalb <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/670.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 670 BGB: Ersatz von Aufwendungen\">\u00a7\u00a0670 BGB<\/a> als Anspruchsgrundlage ausschied. Sodann pr\u00fcften wir eine GoA mit der\u00a0Anspruchsgrundlage <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/683.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 683 BGB: Ersatz von Aufwendungen\">\u00a7 683 S. 1<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/677.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 677 BGB: Pflichten des Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers\">677<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/670.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 670 BGB: Ersatz von Aufwendungen\">670 BGB<\/a>. Wir diskutierten zun\u00e4chst, um welche Art Gesch\u00e4ft es sich handeln k\u00f6nnte und kamen zu dem Schluss, dass es ein \u201eauch-fremdes-Gesch\u00e4ft\u201c ist, weil die\u00a0Oma zwar ein Gesch\u00e4ft f\u00fcr den Fu\u00dfballverein f\u00fchrt, allerdings in erster Linie auch eines f\u00fcr die Enkelin und in diesem Sinne auch f\u00fcr sich selbst. Dann sprachen wir dar\u00fcber, dass der Fremdgesch\u00e4ftsf\u00fchrungswille beim auch-fremden-Gesch\u00e4ft laut BGH vermutet wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unproblematisch handelte die Frau im Interesse und mutma\u00dflichen Willen des Fu\u00dfballvereins.<\/p>\n<p>Sodann diskutierten wir die weitere Voraussetzung der Aufwendung (=freiwilliges Verm\u00f6gensopfer). Die Aufwendungen m\u00fcssen objektiv betrachtet mit der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung in Zusammenhang stehen (also gerade bei der Ausf\u00fchrung erfolgt sein). Dies war vorliegend der Fall, sodass die Frau grds. den entstandenen Schaden vom Fu\u00dfballverein ersetzt verlangen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Rahmen einer kurzen Abwandlung (was ist, wenn im Auto noch ein Kind gesessen h\u00e4tte, welches verletzt worden w\u00e4re.) sprachen wir \u00fcber die Abgrenzung zur Gef\u00e4lligkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sodann kehrten wir zum Ausgangsfall zur\u00fcck. Wir hatten Bedenken dabei, dass der Verein die komplette Schadenssumme \u00fcbernehmen sollte. Zun\u00e4chst versuchten wir dieses Problem \u00fcber ein Mitverschulden oder dem Grundsatz von Treu und Glauben zu regeln oder \u00fcber eine sonstige\u00a0Quotelung. Schlie\u00dflich zogen wir die Regelung des innerbetrieblichen Schadensausgleichs aus dem Arbeitsrecht heran (Quotelung \u00fcber Grad der Fahrl\u00e4ssigkeit). Zum Abschluss verriet der Pr\u00fcfer uns, dass die Frau im Original-BGH-Fall keinen Schadensersatz erhalten hat, weil es sich um eine reine Gef\u00e4lligkeit gehandelt habe. Damit war die Pr\u00fcfung zu Ende.<\/p>\n<p>\u00a0[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;full_width_background&#8220; bg_position=&#8220;left top&#8220; bg_repeat=&#8220;no-repeat&#8220; parallax_bg_speed=&#8220;slow&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220;][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;]<div  class=\"divider-border\"><\/div><div  class=\"divider\"><\/div>[\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h3>Du suchst die optimale Vorbereitung auf deine M\u00fcndliche Pr\u00fcfung?<\/h3>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_column_text]\n<p>Du suchst Gesetzestexte und Kommentare f\u00fcr deine M\u00fcndliche Pr\u00fcfung und den Aktenvortrag? 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Das Protokoll stammt auf dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0Juridicus.de. Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings. 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