{"id":8043,"date":"2016-08-28T09:00:24","date_gmt":"2016-08-28T07:00:24","guid":{"rendered":"http:\/\/examensrelevant.de\/?p=8043"},"modified":"2018-12-14T02:25:36","modified_gmt":"2018-12-14T01:25:36","slug":"pruefungswissen-beschraenkung-des-oeffentlichkeitsgrundsatzes-im-strafprozess-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/pruefungswissen-beschraenkung-des-oeffentlichkeitsgrundsatzes-im-strafprozess-2\/","title":{"rendered":"Pr\u00fcfungswissen: Aufbauschema Mord, \u00a7 212, 211 StGB"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Hinweis: Einf\u00fchrung zu der Entscheidungsbesprechung: Mordmerkmale (BGH; Urteil vom 03.06.2015 \u2013 <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=2%20StR%20422\/14\" target=\"_blank\" title=\"BGH, 03.06.2015 - 2 StR 422\/14: Mord (Erm&ouml;glichungsabsicht: Voraussetzungen); Feststellung der ...\">2 StR 422\/14<\/a>) Die Entscheidungsbesprechung wird am 26.09.2016 ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pr\u00fcfungswissen: Aufbauschema Mord, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/212.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 212 StGB: Totschlag\">\u00a7 212<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/211.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 211 StGB: Mord\">211 StGB<\/a><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>I. Tatbestand<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1. Objektiver Tatbestand<br \/>\n<\/strong><strong>a) Verwirklichung des Tatbestandes des <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/212.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 212 StGB: Totschlag\">\u00a7 212 StGB<\/a><\/strong><br \/>\nEs muss ein anderer Mensch get\u00f6tet worden sein.<!--more--><strong>b) Objektive Mordmerkmale des \u00a7 211 II 2. Gruppe<br \/>\n<\/strong><strong>aa) Heimt\u00fccke<\/strong><br \/>\nHeimt\u00fcckisch handelt, wer \u2013 in feindseliger Willensrichtung (streitig) \u2013 die Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers bewusst zur T\u00f6tung ausnutzt.<br \/>\n<strong>Arglos<\/strong> ist, wer sich bei Beginn des ersten mit T\u00f6tungsvorsatz gef\u00fchrten Angriffs <strong>keines erheblichen t\u00e4tlichen Angriffs auf sein Leben oder seine k\u00f6rperliche Unversehrtheit versieht<\/strong>.<br \/>\n<strong>Wehrlos<\/strong> ist, wer infolge seiner Arglosigkeit zur Verteidigung au\u00dferstande oder in seiner nat\u00fcrlichen Abwehrbereitschaft und Abwehrf\u00e4higkeit stark eingeschr\u00e4nkt ist. Demnach muss die <strong>Wehrlosigkeit auf der Arglosigkeit beruhen<\/strong>. Dieser Zusammenhang fehlt, wenn das Opfer auch im Falle der rechtzeitigen Kenntnis vom bevorstehenden t\u00e4tlichen Angriff keine Verteidigungschancen gehabt h\u00e4tte. Ferner muss stets kumulativ die Arg- und Wehrlosigkeit ausgenutzt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>bb) Grausamkeit<\/strong><br \/>\nGrausam t\u00f6tet, wer dem Opfer besonder<strong>e Schmerzen oder Qualen k\u00f6rperlicher oder seelischer Art aus gef\u00fchlloser, unbarmherziger Gesinnung<\/strong> zuf\u00fcgt. Eine brutale Tatausf\u00fchrung allein reicht f\u00fcr das Mordmerkmal nicht aus; \u201ebesondere\u201c Schmerzen oder Qualen werden nur zugef\u00fcgt, wenn sie <strong>\u00fcber das f\u00fcr die T\u00f6tung als solche erforderliche Ma\u00df<\/strong> in dem Sinne hinausgehen, dass das Opfer (vom Vorsatz umfasst) \u00fcberm\u00e4\u00dfige starke Schmerzen oder Qualen erleidet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>cc) Gemeingef\u00e4hrliche Mittel<\/strong><br \/>\nMit gemeingef\u00e4hrlichen Mitteln t\u00f6tet, wer ein T\u00f6tungsmittel so einsetzt, dass er in der konkreten Tatsituation <strong>die Ausdehnung der Gefahr auf andere Personen<\/strong> als das oder die individualisierte(n) Opfer <strong>nicht beherrschen<\/strong> und dadurch eine Mehrzahl weiterer Menschen in Lebensgefahr bringen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2. Subjektiver Tatbestand<br \/>\n<\/strong><strong>a) Vorsatz bez\u00fcglich der objektiven Merkmale des <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/212.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 212 StGB: Totschlag\">\u00a7 212 StGB<\/a><br \/>\n<\/strong><strong>b) Vorsatz <\/strong><strong> objektiver Mordmerkmale des \u00a7 211 II 2. Gruppe<br \/>\n<\/strong><strong>c) Vorliegen subjektiver Mordmerkmale des \u00a7 211 II 1. und 3. Gruppe<br \/>\n<\/strong><strong>aa) Mordlust<\/strong><br \/>\nAus Mordlust t\u00f6tet, wem es allein darauf ankommt, einen Menschen sterben zu sehen. Die Mordlust ist dadurch gekennzeichnet, dass bei ihr der <strong>Tod des Opfers als solcher der einzige Zweck der Tat<\/strong> ist. Danach t\u00f6tet aus Mordlust insbesondere, wer allein aus Freude an der Vernichtung eines Menschenlebens handelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>bb) Befriedigung des Geschlechtstriebs<\/strong><br \/>\nZur Befriedigung des Geschlechtstriebs t\u00f6tet anerkannterma\u00dfen, wer<br \/>\n&#8211;\u00a0\u00a0 <strong>im T\u00f6tungsakt selbst<\/strong> geschlechtliche Befriedigung sucht (Lustmord),<br \/>\n&#8211;\u00a0\u00a0 wer t\u00f6tet, um <strong>danach<\/strong> seine <strong>sexuelle Lust an der Leiche<\/strong> zu befrie-digen, oder<br \/>\n&#8211; wer die <strong>T\u00f6tung seines Sexualobjekts zumindest in Kauf nimmt<\/strong>, um typischerweise den Geschlechtsverkehr durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen.<br \/>\nDies bedeutet aber nicht, dass ein unmittelbarer zeitlich-r\u00e4umlicher Zusammenhang zwischen der T\u00f6tung und der erstrebten Befriedigung erforderlich ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>cc) Habgier<\/strong><br \/>\nHabgier bedeutet ein <strong>r\u00fccksichtsloses Streben nach Verm\u00f6gensvorteilen<\/strong> um den Preis eines Menschenlebens. Klassische F\u00e4lle sind der Raubmord, Taten gedungener M\u00f6rder und T\u00f6tungen, um in den Genuss einer Erbschaft oder Lebensversicherung zu gelangen (. Generell liegt in<strong> jedem Streben nach Besitz, der Verm\u00f6genswert hat<\/strong>, ein Gewinnstreben. Auf die Gr\u00f6\u00dfe des materiellen Vorteils kommt es nicht an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>dd) Sonstige niedrige Beweggr\u00fcnde<\/strong><br \/>\nNiedrig ist ein T\u00f6tungsbeweggrund, wenn er <strong>nach allgemeiner sittlicher Wertung auf tiefster Stufe<\/strong> steht und deshalb besonders verachtenswert ist. Der Beweggrund muss mithin in deutlich weiterreichendem Ma\u00dfe als bei einem Totschlag verwerflich sein. Die Einstufung beurteilt sich auf <strong>Grund einer Gesamtw\u00fcrdigung<\/strong>, welche die Umst\u00e4nde der Tat, die Lebensverh\u00e4ltnisse des T\u00e4ters und seine Pers\u00f6nlichkeit einschlie\u00dft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>ee) Erm\u00f6glichungs- bzw. Verdeckungsabsicht<\/strong><br \/>\nDie \u2013 auf eine andere Straftat bezogene \u2013 Erm\u00f6glichungsabsicht ist dadurch gekennzeichnet, dass der T\u00e4ter die <strong>T\u00f6tung als funktionales Mittel <\/strong>einsetzt, um durch eine andere Tathandlung weiteres kriminelles Unrecht begehen zu.<br \/>\nMit Verdeckungsabsicht t\u00f6tet, wem es darauf ankommt, durch die T\u00f6tung entweder die <strong>Aufdeckung der Vortat<\/strong> in einem die Strafverfolgung sicherstellenden Umfang <strong>oder die Aufdeckung seiner T\u00e4terschaft<\/strong> <strong>zu verbergen<\/strong>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>II. Rechtswidrigkeit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>III.\u00a0\u00a0 Schuld<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ver\u00f6ffentlicht in der <a title=\"Zeitschriftenauswertung (ZA)\" href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/ZA\/konzept.html\">Zeitschriftenauswertung (ZA)<\/a>\u00a0Juni 2016<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hinweis: Einf\u00fchrung zu der Entscheidungsbesprechung: Mordmerkmale (BGH; Urteil vom 03.06.2015 \u2013 2 StR 422\/14) Die Entscheidungsbesprechung wird am 26.09.2016 ver\u00f6ffentlicht. Pr\u00fcfungswissen: Aufbauschema Mord, \u00a7 212, 211 StGB I. Tatbestand 1. 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