{"id":8196,"date":"2016-09-22T09:00:14","date_gmt":"2016-09-22T07:00:14","guid":{"rendered":"http:\/\/examensrelevant.de\/?p=8196"},"modified":"2018-12-14T02:25:33","modified_gmt":"2018-12-14T01:25:33","slug":"pruefungswissen-der-computerbetrug-%c2%a7-263a-stgb","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/pruefungswissen-der-computerbetrug-%c2%a7-263a-stgb\/","title":{"rendered":"Pr\u00fcfungswissen: Pf\u00e4ndbarkeit von Geldforderungen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Hinweis: Einf\u00fchrung zu der Entscheidungsbesprechung: Grenzen des Pf\u00e4ndungsschutzes (BGH; Beschluss vom 07.04.2016 \u2013 <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=IX%20ZB%2069\/15\" target=\"_blank\" title=\"BGH, 07.04.2016 - IX ZB 69\/15: Forderungspf&auml;ndung: Unpf&auml;ndbarkeit von nicht dem Erwerbseinkomme...\">IX ZB 69\/15<\/a>) Die Entscheidungsbesprechung wird heute mittag ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pr\u00fcfungswissen: Pf\u00e4ndbarkeit von Geldforderungen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Grunds\u00e4tzlich sind alle Geldforderungen im Rahmen der Zwangsvollstreckung pf\u00e4ndbar,\u00a0au\u00dfer solchen Forderungen, die auch nicht abtretbar sind (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/ZPO\/851.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 851 ZPO: Nicht &uuml;bertragbare Forderungen\">\u00a7 851 ZPO<\/a>). <strong>Unpf\u00e4ndbar<\/strong> sind daher Anspr\u00fcche auf Zahlung des Gewinnanteils bei der GbR (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/717.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 717 BGB: Informationsrechte und -pflichten\">\u00a7 717 BGB<\/a>), Anspr\u00fcche auf Leistung von Sozialhilfe (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/SGB_XII\/17.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 17 SGB XII: Anspruch\">\u00a7 17<\/a> I 2 SGB XII), Pflichtteils- und Zugewinnausgleichsansp\u00fcche vor Anerkenntnis oder Rechtsh\u00e4ngigkeit (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/ZPO\/852.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 852 ZPO: Beschr&auml;nkt pf&auml;ndbare Forderungen\">\u00a7 852 ZPO<\/a>). Unpf\u00e4ndbar sind grunds\u00e4tzlich auch solche Anspr\u00fcche, deren Abtretung nach <strong>\u00a7 399<\/strong> <strong>BGB<\/strong> ausgeschlossen ist. Dies ist der Fall, wenn die Leistung an einen anderen als den Gl\u00e4ubiger zu einer Inhalts\u00e4nderung f\u00fchren w\u00fcrde (sog. <strong>h\u00f6chstpers\u00f6nliche Anspr\u00fcche<\/strong>; z.B. Malen eines Portraits, Arztbehandlung, Miete) oder wenn die Abtretung vertraglich ausgeschlossen wurde. Allerdings sieht <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/ZPO\/851.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 851 ZPO: Nicht &uuml;bertragbare Forderungen\">\u00a7 851 II ZPO<\/a> f\u00fcr die F\u00e4lle der <strong>Un\u00fcbertragbarkeit der Forderung<\/strong> nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/399.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 399 BGB: Ausschluss der Abtretung bei Inhalts&auml;nderung oder Vereinbarung\">\u00a7 399 BGB<\/a> eine Ausnahme dahingehend vor, dass der geschuldete Gegenstand der Pf\u00e4ndung unterliegt. Obwohl sich diese Regelung dem Wortlaut nach auf die gesamten Ausschl\u00fcsse des \u00a7 399 beziehen, soll die Ausnahme nach <strong>h.M.<\/strong> jedoch nur f\u00fcr den vertraglichen Abtretungsausschluss nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/399.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 399 BGB: Ausschluss der Abtretung bei Inhalts&auml;nderung oder Vereinbarung\">\u00a7 399 2. Alt. BGB<\/a> gelten (vgl. BGH <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=NJW%201985,%202263\" target=\"_blank\" title=\"BGH, 15.05.1985 - IVb ZR 33\/84: Beitreibung eines Proze&szlig;kostenvorschusses nach 317 Beendigung d...\">NJW 1985, 2263<\/a>).<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>I. Pf\u00e4ndung von Arbeitseinkommen<br \/>\n<\/strong>Arbeitseinkommen sind hierbei nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/ZPO\/850.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 850 ZPO: Pf&auml;ndungsschutz f&uuml;r Arbeitseinkommen\">\u00a7 850 II ZPO<\/a> die <strong>Dienst- und Versorgungsbez\u00fcge der Beamten, Arbeits- und Dienstl\u00f6hne, Ruhegelder<\/strong> und \u00e4hnliche nach dem einstweiligen oder dauernden Ausscheiden aus dem Dienst- oder Arbeitsverh\u00e4ltnis gew\u00e4hrte fortlaufende Eink\u00fcnfte. Auch <strong>Hinterbliebenenbez\u00fcge<\/strong> und sonstige <strong>Verg\u00fctungen f\u00fcr Dienstleistungen aller Art,<\/strong> die die Erwerbst\u00e4tigkeit des Schuldners vollst\u00e4ndig oder zu einem wesentlichen Teil in Anspruch nehmen, sind Arbeitseinkommen. Dies gilt nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/ZPO\/850.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 850 ZPO: Pf&auml;ndungsschutz f&uuml;r Arbeitseinkommen\">\u00a7 850 III ZPO<\/a> auch f\u00fcr <strong>Renten aus Versicherungsvertr\u00e4gen<\/strong>, wenn diese Vertr\u00e4ge zur Versorgung des Versicherungsnehmers oder seiner unterhaltsberechtigten Angeh\u00f6rigen eingegangen sind.<br \/>\nDa Arbeitseinkommen in diesem Sinne jedoch regelm\u00e4\u00dfig der Sicherung des Lebensunterhalts dient und eine Sicherung des <strong>notwendigen Existenzminimums<\/strong> durch den Staat zugunsten des Gl\u00e4ubigers vermieden werden soll, ist Arbeitseinkommen bis zu bestimmten Betr\u00e4gen pf\u00e4ndungsfrei. Die <strong>Pf\u00e4ndungsfreigrenzen<\/strong> sind in <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/ZPO\/850c.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 850c ZPO: Pf&auml;ndungsgrenzen f&uuml;r Arbeitseinkommen\">\u00a7 850c ZPO<\/a> geregelt. Dar\u00fcber hinaus ist Arbeitseinkommen aus <strong>Mehrarbeit<\/strong> nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/ZPO\/850a.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 850a ZPO: Unpf&auml;ndbare Bez&uuml;ge\">\u00a7 850a Nr. 1 ZPO<\/a> stets zu <strong>50 % unpf\u00e4ndbar<\/strong>. Unpf\u00e4ndbar sind auch das <strong>Urlaubsgeld<\/strong> (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/ZPO\/850a.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 850a ZPO: Unpf&auml;ndbare Bez&uuml;ge\">\u00a7 850a Nr. 2 ZPO<\/a>), <strong>Ausl\u00f6se und Gefahrenzulagen<\/strong> (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/ZPO\/805a.html\" target=\"_blank\">\u00a7 805a Nr. 3 ZPO<\/a>) sowie <strong>Sterbegeld<\/strong> (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/ZPO\/850a.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 850a ZPO: Unpf&auml;ndbare Bez&uuml;ge\">\u00a7 850a Nr. 7 ZPO<\/a>). Dar\u00fcber hinaus bleibt das <strong>Weihnachtsgeld<\/strong> bis zu \u00bd des monatlichen Arbeitseinkommens pf\u00e4ndungsfrei, soweit der Betrag 500,00 \u20ac nicht \u00fcbersteigt (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/ZPO\/850a.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 850a ZPO: Unpf&auml;ndbare Bez&uuml;ge\">\u00a7 850a Nr. 4 ZPO<\/a>). Wegen weiterer Einzelheiten vgl. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/ZPO\/850a.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 850a ZPO: Unpf&auml;ndbare Bez&uuml;ge\">\u00a7 850a ZPO<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>II. Pf\u00e4ndung sonstiger Bez\u00fcge<br \/>\n<\/strong>Auch sonstige Bez\u00fcge unterliegen grunds\u00e4tzlich der Pf\u00e4ndung. Allerdings ist zu ber\u00fccksichtigen, dass die in <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/ZPO\/850b.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 850b ZPO: Bedingt pf&auml;ndbare Bez&uuml;ge\">\u00a7 850b ZPO<\/a> genannten Bez\u00fcge (<strong>Renten wegen K\u00f6rperverletzung<\/strong>, <strong>gesetzlicher Unterhalt<\/strong> usw.) nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/ZPO\/850b.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 850b ZPO: Bedingt pf&auml;ndbare Bez&uuml;ge\">\u00a7 850b I ZPO<\/a> <strong>grunds\u00e4tzlich<\/strong> <strong>unpf\u00e4ndbar<\/strong> sind und nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/ZPO\/850b.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 850b ZPO: Bedingt pf&auml;ndbare Bez&uuml;ge\">\u00a7 850b II ZPO<\/a> der Pf\u00e4ndung nur dann unterliegen, wenn die Vollstreckung in das sonstige bewegliche Verm\u00f6gen des Schuldners nicht zu einer vollst\u00e4ndigen Befriedigung des Gl\u00e4ubigers gef\u00fchrt hat oder voraussichtlich nicht f\u00fchren wird und wenn nach den Umst\u00e4nden des Falles, insbesondere nach der Art des beizutreibenden Anspruchs und der H\u00f6he der Bez\u00fcge, die Pf\u00e4ndung der Billigkeit entspricht (sog. <strong>bedingt pf\u00e4ndbare Bez\u00fcge<\/strong>).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ver\u00f6ffentlicht in der <a title=\"Zeitschriftenauswertung (ZA)\" href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/ZA\/konzept.html\">Zeitschriftenauswertung (ZA)<\/a>\u00a0August 2016<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hinweis: Einf\u00fchrung zu der Entscheidungsbesprechung: Grenzen des Pf\u00e4ndungsschutzes (BGH; Beschluss vom 07.04.2016 \u2013 IX ZB 69\/15) Die Entscheidungsbesprechung wird heute mittag ver\u00f6ffentlicht. Pr\u00fcfungswissen: Pf\u00e4ndbarkeit von Geldforderungen Grunds\u00e4tzlich sind alle Geldforderungen im Rahmen der Zwangsvollstreckung pf\u00e4ndbar,\u00a0au\u00dfer solchen Forderungen, die auch nicht abtretbar sind (\u00a7 851 ZPO). Unpf\u00e4ndbar sind daher Anspr\u00fcche auf Zahlung des Gewinnanteils bei der GbR (\u00a7 717 BGB), Anspr\u00fcche auf Leistung von Sozialhilfe (\u00a7 17 I 2 SGB XII),&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1755,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[47,55,1703],"tags":[],"class_list":["post-8196","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuelles","category-magazin","category-zivilrecht-rechtsgebiet"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8196","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1755"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8196"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8196\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8199,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8196\/revisions\/8199"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8196"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8196"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8196"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}