{"id":8406,"date":"2016-10-20T09:00:09","date_gmt":"2016-10-20T07:00:09","guid":{"rendered":"http:\/\/examensrelevant.de\/?p=8406"},"modified":"2018-12-14T02:25:30","modified_gmt":"2018-12-14T01:25:30","slug":"8406-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/8406-2\/","title":{"rendered":"Pr\u00fcfungswissen: Ordnungsgem\u00e4\u00dfe Klageerhebung, \u00a7 253 ZPO"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Hinweis: Einf\u00fchrung zu der Entscheidungsbesprechung: Anforderungen an fristwahrende Klageschrift im Anwaltsprozess (BGH; Urteil vom 17.03.2016 \u2013 <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=III%20ZR%20200\/15\" target=\"_blank\" title=\"BGH, 17.03.2016 - III ZR 200\/15: Entsch&auml;digung f&uuml;r Strafverfolgungsma&szlig;nahmen: Wahrung der Klage...\">III ZR 200\/15<\/a>) Die Entscheidungsbesprechung wird heute mittag ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>A. Pr\u00fcfungswissen: Ordnungsgem\u00e4\u00dfe Klageerhebung, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/ZPO\/253.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 253 ZPO: Klageschrift\">\u00a7 253 ZPO<\/a><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>I. Auslegbarkeit als Klage<br \/>\n<\/strong>Der Schriftsatz muss \u2013 sofern nicht zu Protokoll der Gesch\u00e4ftsstelle die Klageerhebung erkl\u00e4rt wird \u2013 als Klage auszulegen sein. Hierzu muss das Gericht ggf. ermitteln, welches Ziel der Verfasser mit seinem Schreiben verfolgt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>II. Bestimmter Klageantrag<br \/>\n<\/strong>Der Kl\u00e4ger muss sein <strong>Begehren<\/strong> hinreichend <strong>deutlich machen<\/strong> und darlegen, warum er meint, der geltend gemachte Anspruch st\u00fcnde ihm zu. Weder ist eine umfassende Darlegung des Lebenssachverhaltes f\u00fcr die Zul\u00e4ssigkeit erforderlich, noch muss der Kl\u00e4ger erkl\u00e4ren, aus welchen rechtlichen Gr\u00fcnden er sich f\u00fcr anspruchsberechtigt h\u00e4lt.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>III. Bezeichnung der Parteien<br \/>\n<\/strong>F\u00fcr die <strong>Rechtsh\u00e4ngigkeit<\/strong> der Klage (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/ZPO\/261.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 261 ZPO: Rechtsh&auml;ngigkeit\">\u00a7 261 ZPO<\/a>) ist die <strong>Zustellung<\/strong> an den Klagegegner erforderlich. Diese kann jedoch nur erfolgen, wenn dessen ladungsf\u00e4hige Anschrift bekannt ist. Insofern gilt gem. <strong>\u00a7 253 IV<\/strong> <strong>ZPO<\/strong> auch f\u00fcr die Klageschrift <strong><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/ZPO\/130.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 130 ZPO: Inhalt der Schrifts&auml;tze\">\u00a7 130 Nr. 1 ZPO<\/a><\/strong>. Hierbei handelt es sich dem Wortlaut nach zwar nur um eine <strong>Sollvorschrift<\/strong>, da jedoch die Zustellung der Klage ohne Parteibezeichnung nicht m\u00f6glich ist, handelt es sich im Zusammenhang mit der Klageschrift um eine <strong>zwingende<\/strong> <strong>Voraussetzung<\/strong>. Zwar werden mit dem Erfordernis der Angabe einer ladungsf\u00e4higen Anschrift in der Klageschrift Anforderungen gestellt, die \u00fcber die ausdr\u00fccklich im Gesetz geregelten Zul\u00e4ssigkeitsvoraussetzungen hinausgehen, jedoch ist dies von Verfassungs wegen grunds\u00e4tzlich nicht zu beanstanden (BVerfG, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=NJW%201996,%201272\" target=\"_blank\" title=\"BVerfG, 02.02.1996 - 1 BvR 2211\/94: Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der Verpflichtung zur Angabe der ladun...\">NJW 1996, 1272<\/a>).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>IV. Keine Bedingtheit der Klageerhebung<br \/>\n<\/strong>Die Klageerhebung als Prozesshandlung ist grunds\u00e4tzlich bedingungsfeindlich. Zul\u00e4ssig ist lediglich eine hilfsweise Antragstellung (z.B. bei einer Hilfswiderklage), da hier nur die Abh\u00e4ngigkeit von einer innerprozessualen Bedingung vorliegt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>V. Unterschrift (bei Anwaltsprozessen)<br \/>\n<\/strong>Die Klageschrift muss grunds\u00e4tzlich eine Unterschrift tragen. Eine Ausnahme ist nur dann zu machen, wenn aus den weiteren Umst\u00e4nden hinreichend sicher auf den Willen zur Klageerhebung geschlossen werden kann (z.B. Unterschrift unter der beglaubigten Abschrift).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ver\u00f6ffentlicht in der <a title=\"Zeitschriftenauswertung (ZA)\" href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/ZA\/konzept.html\">Zeitschriftenauswertung (ZA)<\/a>\u00a0September 2016<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hinweis: Einf\u00fchrung zu der Entscheidungsbesprechung: Anforderungen an fristwahrende Klageschrift im Anwaltsprozess (BGH; Urteil vom 17.03.2016 \u2013 III ZR 200\/15) Die Entscheidungsbesprechung wird heute mittag ver\u00f6ffentlicht. A. Pr\u00fcfungswissen: Ordnungsgem\u00e4\u00dfe Klageerhebung, \u00a7 253 ZPO I. Auslegbarkeit als Klage Der Schriftsatz muss \u2013 sofern nicht zu Protokoll der Gesch\u00e4ftsstelle die Klageerhebung erkl\u00e4rt wird \u2013 als Klage auszulegen sein. Hierzu muss das Gericht ggf. ermitteln, welches Ziel der Verfasser mit seinem Schreiben verfolgt. II&#8230;.<\/p>\n","protected":false},"author":1755,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[47,55,1703],"tags":[],"class_list":["post-8406","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuelles","category-magazin","category-zivilrecht-rechtsgebiet"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8406","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1755"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8406"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8406\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8411,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8406\/revisions\/8411"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8406"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8406"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8406"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}