{"id":8604,"date":"2016-12-08T14:00:49","date_gmt":"2016-12-08T13:00:49","guid":{"rendered":"http:\/\/examensrelevant.de\/?p=8604"},"modified":"2018-12-14T02:25:17","modified_gmt":"2018-12-14T01:25:17","slug":"protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-niedersachsen-vom-oktober-2016-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-niedersachsen-vom-oktober-2016-2\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 1. Staatsexamen &#8211; Niedersachsen vom Oktober 2016"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem Ersten Staatsexamen der\u00a0<strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Niedersachsen\u00a0vom Oktober\u00a02016<\/strong>. Das Protokoll stammt auf dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<a href=\"http:\/\/juridicus.de\" target=\"_blank\" class=\"\"><img decoding=\"async\" class=\"img-with-animation \" data-delay=\"0\" height=\"100%\" width=\"100%\" data-animation=\"fade-in\" src=\"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/juridicus-examensrelevant.jpg\" alt=\"\" \/><\/a>[vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen: \u00a0\u00d6ffentliches Recht<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2>Vorpunkte der Kandidaten<\/h2>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n<table width=\"265\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"189\">Kandidat<\/td>\n<td width=\"76\">1<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Vorpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">52<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Aktenvortrag<\/td>\n<td width=\"76\">1<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Zivilrecht<\/td>\n<td width=\"76\">15<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Strafrecht<\/td>\n<td width=\"76\">11<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">\u00d6ffentliches Recht<\/td>\n<td width=\"76\">13<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">91<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endnote<\/td>\n<td width=\"76\">10,2<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zur Sache:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pr\u00fcfungsthemen:\u00a0<\/strong>Vertrauensschutz, 79 GG, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/23.html\" target=\"_blank\" title=\"Art. 23 GG\">23 GG<\/a>, Kommunalrecht, 65 I GG<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Paragraphen:\u00a0 <\/strong><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/23.html\">\u00a723 GG<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/HGB\/15.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/79.html\">\u00a779 GG<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/HGB\/15.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/65.html\">\u00a765 GG<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:\u00a0<\/span><\/strong>Frage-Antwort Diskussion, h\u00e4lt Reihenfolge ein, verfolgt Zwischenthemen,\u00a0Fragestellung klar<span style=\"line-height: 1.5;\"><br \/>\n<\/span><\/p>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Pr\u00fcfer begann die Pr\u00fcfung mit der Frage, woraus sich der Vertrauensschutz aus der\u00a0Verfassung ableiten lie\u00dfe. Die von ihm als richtig gewertete Antwort war, dass sich dies aus dem Rechtsstaatsprinzip aus <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/20.html\" target=\"_blank\" title=\"Art. 20 GG\">Art. 20 III GG<\/a> ableiten lie\u00dfe. Ferner sollten wir vortragen, welche Grunds\u00e4tze bzw. die konkrete Ausgestaltung des Rechtsstaatsprinzips sind. Richtigerweise wurde hier der Vorrang des Gesetzes und das R\u00fcckwirkungsverbot genannt. Hier wollte der Pr\u00fcfer am Beispiel von steuerrechtlichen Regelungen die Unterschiede zwischen unechter und echter\u00a0R\u00fcckwirkung erkl\u00e4rt und erl\u00e4utert wissen und wann und ob das Vertrauen des B\u00fcrgers oder das Regelungsinteresse des Staates Vorrang hat bzw. Ausnahmen zul\u00e4ssig sind. Sodann fragte der Pr\u00fcfer, ob und wenn ja, wo der Begriff &#8222;Rechtsstaatlichkeit&#8220; im GG ausdr\u00fccklich geschrieben steht. Jener Begriff ist in <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/23.html\" target=\"_blank\" title=\"Art. 23 GG\">Art. 23 I GG<\/a> zu finden. Wir sollten erl\u00e4utern, wie genauer <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/23.html\" target=\"_blank\" title=\"Art. 23 GG\">Art. 23 I GG<\/a> zu verstehen ist; n\u00e4mlich als Doppelauftrag f\u00fcr Union und BRD. In diesem Kontext kamen wir auf den <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/79.html\" target=\"_blank\" title=\"Art. 79 GG\">Art. 79 GG<\/a> zu sprechen. Hier wollte der Pr\u00fcfer festgestellt wissen, dass Art. 79 I nicht in <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/23.html\" target=\"_blank\" title=\"Art. 23 GG\">Art.\u00a023 I aE GG<\/a> genannt ist und mithin quasi zumindest auf supranational Ebene abbedungen ist. Des Weiteren, bildete der Pr\u00fcfer, nachdem kurz die Ewigkeitsklausel <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/79.html\" target=\"_blank\" title=\"Art. 79 GG\">Art. 79 III GG<\/a> erkl\u00e4rt werden sollte, den folgenden Fall: Der Ministerpr\u00e4sident des Landes Niedersachsen sagt in eine aufzeichnende Kamera, dass die Parteien der Gemeinde G einer von der ebenfalls im Gemeinderat sitzenden Orts-NPD anberaumten Abstimmung insgesamt fernbleiben sollen, schlie\u00dflich wolle und solle man mit den &#8222;Nazis&#8220; nichts zu tun haben. Diese Aufzeichnung wurde sodann in den sozialen Medien verbreitet, auch \u00fcber die Kan\u00e4le der Landesregierung. Die betreffende Partei wandte sich daraufhin an das Bundesverfassungsgericht und &#8222;beschwerte&#8220; sich. Die Frage vom Pr\u00fcfer war nun, welches Verfassungsrecht der Partei verletzt und welches Verfahren vor dem BVerfG einschl\u00e4gig sein k\u00f6nnte. Es hier sollte herausgearbeitet werden, dass <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/21.html\" target=\"_blank\" title=\"Art. 21 GG\">Art. 21 GG<\/a> ein spezielles Gleichheitsrecht zugunsten der Parteien enth\u00e4lt und dass der Ministerpr\u00e4sident als Tr\u00e4ger hoheitlicher Gewalt alle Parteien gleichbehandeln muss. Mit seiner Aussage jedoch wurde er dem nicht gerecht, sodass nach ein wenig Abw\u00e4gung unsererseits das Ergebnis feststand, dass die Orts NPD in ihren Rechten aus <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/21.html\" target=\"_blank\" title=\"Art. 21 GG\">Art. 21 I GG<\/a> verletzt ist. In diesem Zusammenhang erfragte der Pr\u00fcfer sodann, wie der Fall st\u00fcnde, wenn der Ministerpr\u00e4sident diese Aussage nicht in selbiger Funktion get\u00e4tigt, sondern im Rahmen einer Veranstaltung seiner Partei oder Privatperson ge\u00e4u\u00dfert h\u00e4tte; hier w\u00fcrde das Gleichbehandlungsgebot insofern nicht greifen. Weiter kam zur Sprache, dass dem Ministerpr\u00e4sident eventuell in diesem Rahmen eine Kompetenz entsprechend dem Gedanken aus <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/65.html\" target=\"_blank\" title=\"Art. 65 GG\">Art. 65 I GG<\/a> zur Warnung vor rechtsradikalen Parteien zukommen muss. Jedoch forderte hier der Ministerpr\u00e4sident zum Boykott der Abstimmungen auf, was schon an sich mit dem Demokratieprinzip und dahingehend, dass die Orts-NPD demokratisch durch die Kommunalwahl legitimiert und (bisher) noch nicht verboten wurde, unvereinbar ist. Der Pr\u00fcfer schloss diesen Themenkomplex mit den Worten, dass man also festhalten k\u00f6nne, dass ein Eingriff vorliege. Dann fragte er, wie es um die verfassungsrechtliche Rechtfertigung st\u00fcnde. Hier war es wichtig festzustellen, dass sich Tr\u00e4ger der Staatsgewalt nicht auf Grundrechte berufen k\u00f6nnen und mithin eben auch nicht der Ministerpr\u00e4sident und damit keine Rechtfertigung m\u00f6glich ist. Schlussendlich erarbeiteten wir dann, dass im konkreten Fall ein Organstreitverfahren das einschl\u00e4gige Verfahren vor dem BverfG ist.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;full_width_background&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<div  class=\"divider-border\"><\/div><div  class=\"divider\"><\/div>[\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h3>Du suchst die optimale Vorbereitung auf deine M\u00fcndliche Pr\u00fcfung?<\/h3>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_column_text]\n<p>Du suchst Gesetzestexte und Kommentare f\u00fcr deine M\u00fcndliche Pr\u00fcfung und den Aktenvortrag? 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Das Protokoll stammt auf dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0Juridicus.de. Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings. 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