Gedächtnisprotokoll einer echten Klausur zum 1. Staatsexamen – Bayern vom März 2026

Prüfungsfach:  Strafrecht

Gedächtnisprotokoll:

A und T fassen gemeinsam den Entschluss ältere Menschen nach der Vorgehensweise „Falsche Polizeibeamte“ um ihr Vermögen zu bringen und sich hierdurch in Zukunft den Lebensunterhalt zu verdienen. T hat die Aufgabe, telefonisch Kontakt zu älteren Personen aufzunehmen, sich hierbei als Polizeibeamter auszugeben und den angerufenen Personen vorzuspiegeln, Straftäter seien im Begriff, bei ihnen einzubrechen. Sodann soll Timo den Angerufenen raten, ihre zu Hause befindlichen Wertgegenstände zusammenzutragen und der „Polizei“ zu überlassen, damit die Wertgegenstände gesichert werden können. Sofern die Angerufenen den wahrheitswidrigen Behauptungen Glauben schenken und dem Ratschlag nachkommen, soll T die Abholung der Wertgegenstände durch A koordinieren. A hat die Aufgabe, die Wertgegenstände bei den Angerufenen abzuholen. Danach soll die Beute gleichmäßig zwischen A und T aufgeteilt werden. Als erstes Opfer hat A im Rahmen einer Recherche im Telefonbuch den Rentner R ausgesucht. Gemäß der zuvor zwischen A und T getroffenen Absprache ruft T bei R an und erklärt diesem, er sei „Polizeibeamter“. T teilt R bewusst wahrheitswidrig mit, Einbrecher seien im Begriff, bei R einzubrechen. Zur Sicherung seiner Vermögenswerte könne R diese an die Polizei übergeben; hierzu rate er R dringend. R ist die Masche aus Öffentlichkeitswarnungen der Polizei jedoch bekannt, weshalb er sofort erkennt, dass kein Einbruch bevorsteht und es sich bei T nicht um einen Polizeibeamten handelt. Um die Strafverfolgungsbehörden zu unterstützen, lässt R sich zum Schein auf den Ratschlag des T ein und teilt diesem mit, dass er Bargeld im Wert von 7.000€ daheim aufbewahre. Entsprechend der zuvor mit A getroffenen Absprache erklärt T daraufhin gegenüber R, dass dieser ein Briefkuvert mit dem Bargeld in einer fünfzig Meter von dem Wohnhaus des R mittlerweile observiert, fortlaufend informiert – legt daraufhin ein Briefkuvert in die Papiertonne, dass er zuvor jedoch anstatt mit Bargeld mit Papierstreifen befüllt hat. T bemerkt das doppelte Spiel des R nicht. In Unkenntnis der Observation durch den in einem Zivilfahrzeug vor dem Wohnhaus befindlichen Polizeibeamten P fährt A mit ihrem PKW zur Papiertonne. In der Erwartung, dass sich darin Bargeld im Wert von 7.000€ befindet, nimmt A das Briefkuvert an sich und geht zurück zu ihrem Pkw.

Bei den obigen Klausurprotokoll handelt es sich um das Gedächtnisprotokoll einer echten Klausur vom März 2026 im ersten Staatsexamen in Bayern. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs Juridicus.de.

Die Schilderung des Falles und die Lösung beruhen ausschließlich auf der Wahrnehmung des Prüflings.

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